Musikrundschau, theaterhaft

    21. Februar 2013, 17:48
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    Neue Alben von Autechre und Dapparat

    AUTECHRE Exai (Warp)
    Sean Booth und Rob Brown aus Manchester klingen nach 20 Jahren im Geschäft immer noch wie die letzten humanoiden Reste in einer Welt, in der die Maschinen die Macht übernommen haben (Welche Filmreihe war jetzt das wieder?). Allerdings fährt man auch auf dem elften Studioalbum mit der Brechstange ins Räderwerk des Maschinentanzes.

    Das ergibt nach wie vor harschen, rappelnden und neben geraden Taktschemata schlingernden, ja was, "Funk", dem man in all dieser kalten Brillanz auf jeden Fall Seele zusprechen muss. Hoffentlich sind Autechre jetzt nicht wegen der Unterstellung einer gewissen Gefühligkeit beleidigt. Das neue Album dauert übrigens geschlagene zwei Stunden. Hier wäre weniger mehr gewesen.

    DAPPARAT Krieg und Frieden (Music for Theatre) (Mute)
    Der Berliner Technomusiker Sascha Ring hat seine Theatermusik für Sebastian Hartmanns gleichnamige Tolstoi-Inszenierung überarbeitet und präsentiert nun schwermütige Akkordzerlegungen zwischen pathetischen (synthetischen) Streicherklängen, Clubbing im deutschen Wald und gelangweiltem Herumgesoule am Mikro. Theater ist irgendwie nicht so seine Sache. (schach, Rondo, DER STANDARD, 22.2.2013)

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