Auf dem Rücken der Kinder

Gewicht, Komfort, Sichtbarkeit und Fächergestaltung - darauf sollte man beim Schultaschenkauf achten. Kleiner Orientierungskurs für den stressfreien Ranzenerwerb

Die Wahl der richtigen Schultasche ist alles andere als Kinderkram: Das Trend-Regime heutiger Schulhöfe ist gnadenlos. Wer in Sachen Helden, Hipness und Herzeigbarkeit danebenliegt, riskiert quasi den sozialen Ausschluss. Eltern und Erziehungsberechtigte interessiert freilich mehr, dass der Ranzen den Kinderrücken nicht schädigt und im Straßenverkehr gut sichtbar ist. Allzu teuer sollte er auch nicht sein: Für die Luxusmodelle unter den Schultaschen legt man heute immerhin bis zu 170 Euro ab.

Worauf man achten sollte

Neulinge des Schultaschenerwerbs sollten vor allem auf folgende Faktoren achten: Gewicht, Tragekomfort, reflektierende Materialien und Fächergestaltung im Inneren der Tasche. Orientierung im Wirrwarr der zahllosen Bedürfnisse und Angebote bieten die alljährlichen Schultaschentests des deutschen Magazins Ökotest oder der Stiftung Warentest, die dieser Tage erscheinen. Darin wird deutlich, dass es in Sachen Sicherheit große Unterschiede zwischen den Produkten gibt.

Tasche oder Rucksack?

Je jünger die Kinder, desto eher empfiehlt sich eine klassische Schultasche, die auch bei mehr Gewicht noch relativ hohen ergonomischen Tragekomfort bietet. Zwar sind Rucksäcke weniger wuchtig und an sich leichter. Sie fühlen sich aber, wenn sie nicht ausreichend stabil verarbeitet und sehr vollgepackt sind, schnell unangenehm am Rücken an - hier bieten Schultaschen mit stabilem Rückenteil mehr Komfort.

Allerdings sollte der Rückenpolster weich genug sein, Öko-Test bemängelt im aktuellen Test bei einem Produkt einen deutlich zu harten Polster. Ein weiteres Modell hatte kein Fach für schwere Bücher, die nah am Rücken getragen werden sollten. Man sollte vor dem Kauf auf jeden Fall einen Blick ins Tascheninnere werfen: Dort sollte man separate Fächer für Bücher, Hefte, Jausenbox und Trinkflasche finden.

Sicher sichtbar

Man sollte beim Kauf unbedingt darauf achten, dass sowohl ausreichende fluoriszierende Flächen als auch Reflektoren an der Tasche angebracht sind. Diesbezüglich haben die klassische Schultaschen klar die Nase vorn, wie Ökotest schreibt: Die im aktuellen Test geprüften Schulrucksäcke lassen Reflektorflächen vermissen, sind also schlechter sichtbar. Doch auch bei drei der getesteten Schultaschen fehlten orangefarbene fluoreszierende Flächen mit Neoneffekt, die dafür sorgen, dass die Kinder besser gesehen werden.

Schultaschen und Rucksäcke können eigentlich nicht bunt genug sein. Grelle Farben, leuchtende Applikationen - all das trägt zu mehr Sichtbarkeit und damit zu mehr Sicherheit bei.

Bequem und wetterfest

Für Tragekomfort sorgen neben Rückenpolstern vor allem ausreichend breite und ergonomische Schultergurte. Vor allem bei flexibel verstellbaren Gurten und Rückenteilen sollte man auf die qualitätsvolle Verarbeitung der Materialien achten. In den meisten Geschäften sollte es kein Problem sein, den Ranzen vor dem Kauf mit Büchern zu füllen und den Sprössling damit eine Runde im Laden drehen zu lassen. Wie angenehm sich die Tasche trägt, kann letztlich nur das Kind selbst sagen.

Wetterfestigkeit bieten Schultaschen natürlich eher als Rucksäcke. Wasserdichte Obermaterialen an neuralgischen Stellen sollen verhindern, dass Hefte und Bücher schon bei zarten Regenschauern durchnässt werden.

Der Tragegriff an der Oberseite der Tasche sollte den Kindern bequemes Transportieren auch dann ermöglichen, wenn die Tasche nicht geschultert wird. Ein ausreichend großer und breiter Griff freut auch Eltern und Erziehungsberechtigte, die die Tasche im Alltag bekanntlich auch immer wieder mal schleppen. (red, derStandard.at, 21.2.2013)

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