Ende der US-Geldflut möglich

21. Februar 2013, 11:41
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In den USA könnte ein Ende der extremen geldpolitischen Lockerung näher rücken

Washington - In den USA könnte ein Ende der extremen geldpolitischen Lockerung näher rücken. Zumindest nimmt unter den Mitgliedern des geldpolitischen Ausschusses der US-Notenbank (Fed) die Sorge über den extrem aggressiven Kurs nicht ab. Das geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten Protokoll (Minutes) zur Jänner-Sitzung der Fed hervor. Noch bevor die Trendwende am Arbeitsmarkt geschafft ist, könnten sich die Geldschleusen wieder zu schließen beginnen.

Die Notenbanker diskutieren demnach weiterhin intensiv über ein vorzeitiges Ende des erst Ende 2012 beschlossenen jüngsten Anleihekaufprogramms (QE3). Obwohl die Zusammensetzung der stimmberechtigten Mitglieder im Fed-Rat zu Jahresbeginn geändert wurde und etliche Experten Zulauf für die Unterstützer der ultralockeren Linie von Notenbankchef Ben Bernanke erwartet hatten, überwiegen die Sorgen vor der Geldflut.

Mehrere Mitglieder meinen, die Notenbank solle sich darauf vorbereiten, das Tempo der Anleihekäufe anzupassen. Das könnte ein Hinweis auf eine vorzeitige Beendigung des Programms sein. Bereits auf der Sitzung im Dezember hatte sich die Mehrheit der Mitglieder dafür ausgesprochen, die Käufe noch vor dem Jahresende zu stoppen oder zu reduzieren.

Andere Konstellation

Damals war der geldpolitische Ausschuss jedoch noch in anderer personeller Konstellation angetreten. Im Rahmen der turnusmäßigen Neubesetzung ersetzte Esther George von der Kansas City Fed zu Jahresbeginn Richmond-Fed-Chef Jeffrey Lacker, der als erbitterter Gegner der lockeren Geldpolitik Bernankes gilt. Mit den Präsidenten der Fed von Chicago (Charles Evans) und Boston (Eric Rosengren) rückten zudem zwei ausgewiesene Unterstützer expansiver Geldpolitik in den Ausschuss.

Die Spekulation auf einen früheren Ausstieg der Fed schickte den Euro von Mittwochabend an auf Talfahrt. Auch die Börsen dies- und jenseits des Atlantiks reagierten mit Abschlägen.

Die US-Notenbank hatte erst am 12. Dezember ein neues Programm zum Kauf von Staatsanleihen zur Stützung der Konjunktur beschlossen. Seit Jänner kauft die Fed demnach jeden Monat für 45 Mrd. Dollar (32,16 Mrd. Euro) Staatsanleihen. Mit dem Programm sind die regelmäßigen monatlichen Anleihekäufe auf insgesamt 85 Mrd. Dollar gestiegen. Zudem orientiert die Fed ihre Niedrigzinspolitik neuerdings an einem konkreten Schwellenwert der Arbeitslosenquote, der bei 6,5 Prozent liegt. (APA, 21.2.2013)

  • Notenbank-Chef Ben Bernanke.
    foto: epa/brandon

    Notenbank-Chef Ben Bernanke.

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