Trotz Fleischskandals: Österreicher vertrauen Lebensmittelkontrollen

21. Februar 2013, 11:34
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Vertrauen in heimische Behörden und heimische Lebensmittel vom Skandal unberührt - Konsumenten wollen laut Oekonsult "lückenlose Kennzeichnung"

Wien - Das Vertrauen der Österreicher in die heimischen Lebensmittelkontrollen ist auch nach Bekanntwerden des internationalen Pferdefleischskandals unerschüttert. 78,6 Prozent vertrauen diesbezüglich den Behörden. Das ergab eine Oekonsult-Blitzumfrage, bei der zwischen 18. und 20. Februar 557 repräsentativ ausgewählte Personen befragt wurden.

Heimische Ware aus kontrollierter regionaler Herkunft löst bei den Österreichern mit 89,2 Prozent ein noch größeres Sicherheitsgefühl aus. Als Konsequenzen aus dem Skandal wünschen sie sich eine umfassendere Kennzeichnungspflicht und eine verschärfte Strafverfolgung bei Lebensmittelbetrug.

Die Berichterstattung über die Pferdefleischfälle stößt bei den Befragten auf großes Interesse, gerade einmal knapp über vier Prozent der Befragten teilen dieses nicht. Auf der sechsstufigen Skala lag die abgefragte Aufmerksamkeit mit 86,5 Prozent bei hoher beziehungsweise uneingeschränkter Zustimmung. 

"Tracking-Etikett" mit Nachdruck verlangt

"Mit besonderem Nachdruck verlangen die Konsumenten eine völlige Transparenz und alltagstaugliche lückenlose Kennzeichnung von Lebensmitteln und bei Fertiggerichten auch aller verarbeiteten Inhalte und Zutaten. Inklusive vollständiger Herkunftsnachweise. Ein 'Tracking-Etikett' auf jedem Lebensmittel also", sagte Oekonsult-Chef Joshi Schillhab.

Bezüglich der Lebensmittelkennzeichnung lässt das Resultat keinen Zweifel offen: 96,1 Prozent der Befragten wollen hier eine größere Transparenz - bei 88,5 Prozent ist hier die Zustimmung uneingeschränkt oder hoch. Schärfere Strafen bei Lebensmittelbetrug zur Abschreckung unterstützen 96,6 Prozent.

Drei Viertel wollen Qualitätsbewusstsein entwickelt haben

Zu ihrer Rolle als Konsumenten wurden die 557 Umfrageteilnehmer ebenfalls befragt, wobei 76,7 Prozent zumindest tendenziell der Ansicht waren, dass sie als Konsequenz aus dem Pferdefleischskandal ein dauerhaftes Qualitätsbewusstsein entwickeln würden - 57,3 zeigten zu diesem Statement eine hohe bis uneingeschränkte Zustimmung. 88,3 Prozent verlassen sich dabei auf Produkte aus Österreich und wollen beim Einkauf verstärkt auf die Herkunftsbezeichnung von Lebensmitteln achten und solche aus österreichischer regionaler Herkunft beziehen.

Die Forderung von Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP) nach einem "Reisepass für Lebensmittel" erntete mit 82,9 Prozent Zustimmung große Unterstützung. Nur zwei Prozent konnten dieser Idee überhaupt nichts abgewinnen.

Nach den jüngsten Entdeckungen von falsch deklariertem Fleisch in Kärnten werden ab Donnerstag im Burgenland verstärkt Proben in Fleischproduktionsbetrieben gezogen. Das teilte Gesundheitslandesrat Peter Rezar (SPÖ) bei einer Pressekonferenz in Eisenstadt mit. Erste Ergebnisse sollen am Freitag vorliegen. (APA/red, derStandard.at, 21.2.2013)

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