"Kunst hat Recht" mit "Scheiß Internet"-Preis ausgezeichnet

21. Februar 2013, 11:18
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Künstlerinitiative bekommt Award zum Gedenken an Wolfgang Lorenz

Am Mittwochabend wurde der Wolfgang-Lorenz-Gedenkpreis für internetfreie Minuten vergeben. Das Künstlerkollektiv von "monochrom" hat den Preis in einer öffentlichen Veranstaltung moderiert und die Gewinner gekürt.

Zwei Preise

Die Fachjury aus der Medien- und IT-Branche hat den #wolo12 an Gerhard Ruiss, stellvertretend für die Initiative "Kunst hat Recht" vergeben. Der Künstler-Verein, der sich immer wieder für die Festplattenabgabe stark macht, hat im Anschluss auch den Publikumspreis gewonnen.

Satireprojekt

Die Begründung für den Preis lieferten die Organisatoren auch: "Die Initiative "Kunst hat Recht" muss Österreichs derzeit größtes Satireprojekt in der Tradition von Karl Kraus' "Fackel" und Helmut Qualtingers "Kobuk" sein. Ein postmodern-ironisches Satireprojekt, das beispielhalft alle Kanäle, vor allem das Internet, für seine Zwecke nützt und durch konsequent vorgetäuschte Ernsthaftigkeit beeindruckt".

Gratis, gratis, gratis

Die Initiative würde Künstler für ihren Zweck gratis arbeiten lassen, sich aber gegen Gratiskultur einsetzen. Zudem bediene sich das Kollektiv der Gratisarbeit von YouTube und Google, die sie aber als Erzfeind des Urheberrechts zu bekämpfen versuchen. "Ebenso wie Künstler, die lautstark die Einnahmeeinbußen durch Downloads beklagen, deren Werke aber gar nicht online verfügbar sind ­ weder legal noch illegal. Was etwa bei den an "Kunst hat Recht" beteiligten Bildhauern ja auch nicht so recht zu erwarten ist."

Bisherige Preisträger

Benannt ist der Preis nach dem ORF-Programmdirektor Wolfgang Lorenz, der im Herbst 2008 behauptete, junge Menschen würden sich in das "Scheiß Internet" verkriechen. Preisträger waren bisher auch Josef Ostermayer, Anonymous Austria und die Wiener Grünen. (iw, derStandard.at, 21.2.2013)

  • Der Wolfgang-Lorenz-Gedenkpreis wurde auch von den bisherigen Gewinnern nicht abgeholt. Im Bild: monochrom-Künstler Johannes Grenzfurthner
    foto: karola riegler

    Der Wolfgang-Lorenz-Gedenkpreis wurde auch von den bisherigen Gewinnern nicht abgeholt. Im Bild: monochrom-Künstler Johannes Grenzfurthner

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