Ethernet: Neue Technologie verspricht 100 Gigabit/s

21. Februar 2013, 11:01
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Marktreife bereits 2014 möglich

Am Mittwoch präsentierte IBM Research einen Technologiedurchbruch bei der Forschung an ultra-schnellem Ethernet. Wissenschaftler von IBM Research in Zürich und vom Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne haben im Bereich der Singalverarbeitung Fortschritte zu vermelden.

100 Gigabit pro Sekunde

Mit der Entwicklung eines neuen Analog-Digital-Wandlers, der bis zu 60 Prozent schneller als bisherige ist, können Internetgeschwindigkeiten auf 100 Gigabit pro Sekunde gesteigert werden. Damit wurden bisherige Geschwindigkeiten verdoppelt. Diese Entwicklung könnte dazu beitragen, Endgeräten künftig deutlich schnellere Verbindungen zu ermöglichen. Der A-D-Wandler könnte bereits 2014 Marktreife erlangen.

Umwandeln von Signalen

Analog-Digital-Wandler sind in modernen Geräten verbaut und wandeln – wie der Name sagt – analoge in digitale Signale um. In Smartphones sind beispielsweise mehr als zehn solcher Wandler verbaut, unter anderem für Temperatur-, Touchscreen- und Bewegungssensoren. Visuelle oder akustische Daten, die als analoge Signale auf die Wandler treffen, werden in digitale Daten umgewandelt, um verarbeitet werden zu können. Schnelle Wandler werden in Zeiten der "Internet of things" und Big Data immer wichtiger. Auch energieeffiziente Lösungen werden angestrebt.

Industrie und Forschung

IBM hat dabei zum ersten Mal versucht, einen A-D-Wandler zu entwickeln, der die Vorteile eines neuen CMOS-Prozesses (eines Halbleiterbauelements) nutzt. Daraus resultiere ein energieeffizienter Wandler, der auch mit riesiger Rechenleistung zurechtkommt. Laut EPFL-Professor Yusuf Leblebici sei das ein perfektes Beispiel "für eine erfolgreiche Zusammenarbeit von Industrie und Universität, aus der ein Ergebnis von Weltklasse hervorgegangen ist". Der ADC generiert eine Milliarde Umwandlungen pro Sekunde und läuft bei einer Spannung von einem Volt und einer Leistungsaufnahme von 3,1 MilliWatt, was etwa 30 Mal weniger ist als ein Mobiltelefon im Ruhezustand verbraucht.

Der neue Wandler könnte in Supercomputern, aber auch in Endverbraucher-Elektronik zum Einsatz kommen: Smartphones. Kabelmodes, Set-Top-Boxen oder Spielekonsolen. (iw, derStandard.at, 21.2.2013)

Links:

IBM Research

EPFL

 

  • Ein Mitarbeiter des Projekts hält einen Wafer mit fünf Prototypen des Wandlers
    foto: ibm research zürich

    Ein Mitarbeiter des Projekts hält einen Wafer mit fünf Prototypen des Wandlers

  • Hier wird der Prototyp des Analog-Digital-Wandlers gemessen
    foto: ibm research zürich

    Hier wird der Prototyp des Analog-Digital-Wandlers gemessen

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