Europas Leitbörsen schließen deutlich im roten Bereich

21. Februar 2013, 18:38
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Fed-Protokoll belastet

Frankfurt am Main - Die zunehmende Unsicherheit angesichts der Spekulationen rund um ein vorzeitiges Ende der US-Anleihekäufe hat die europäischen Leitbörsen am Donnerstag einheitlich weit ins Minus gedrückt. Der Euro-Stoxx-50 verbilligte sich deutlich um 60,59 Einheiten oder 2,29 Prozent auf 2.579,76 Zähler.

Analysten und Anleger rätseln nach der Veröffentlichung des jüngsten Sitzungsprotokolls von der US-Notenbank, ob es zu einer Stotterbremsung oder gar einem plötzlichen Stopp kommt, hieß es aus dem Handel. Zur weltweiten Verunsicherung der Anleger trugen auch Warnungen der chinesischen Regierung vor einer Überhitzung am Immobilienmarkt bei, hieß es weiter.

Am Vormittag sorgten zudem enttäuschende Konjunkturindikatoren aus der Eurozone für zusätzliche Belastung. Die Eurozone hat auf ihrem Weg aus der Rezession einen kräftigen Rückschlag erlitten. Die Privatwirtschaft im Währungsraum beschleunigte im Februar überraschend ihre Talfahrt. Die US-Konjunkturagenda wurde am Nachmittag vom Philly-Fed-Index, Daten zum Häusermarkt und den Frühindikatoren bestimmt. Der Sammelindex der wirtschaftlichen Frühindikatoren ist im Jänner wie erwartet gestiegen. Das Geschäftsklima in der Region Philadelphia hat sich im Februar unterdessen überraschend weiter eingetrübt. Der Wiederverkauf von Bestandsbauten im Jänner hat unterdessen überraschend zugelegt. Darüber hinaus sind die US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche überraschend stark gestiegen.

Banken- und Versicherungswerte besonders schwach

In einem europäischen Branchenvergleich zeigten sich Banken- und Versicherungswerte besonders schwach. BNP Paribas verloren beträchtlich um 4,55 Prozent auf 42,50 Euro und ING Groep sanken um 4,85 Prozent auf 6,177 Euro. Societe Generale fielen um 4,53 Prozent auf 29,28 Euro.

Axa bauten die Verlaufsverluste bis zum Börsenschluss etwas aus und schlossen um 3,14 Prozent auf 13,27 Euro tiefer. Der französische Versicherer hat den Gewinn im vergangenen Jahr nicht ausbauen können. Axa wies für 2012 einen Überschuss von 4,15 Mrd. Euro aus, ein leichter Rückgang gegenüber dem Jahr. 2011 hatten noch Sondererlöse aus dem Verkauf von Töchtern das Ergebnis nach oben gehievt. Diese fielen dieses Mal nicht mehr an.

Einziger Gewinner im Euro-Stoxx-50 waren weiterhin Schneider Electric. Die Titel grenzten die noch deutlicheren Verlaufsgewinne zwar etwas ein, gingen aber dennoch mit einem klaren Plus von 2,31 Prozent auf 56,67 Euro aus dem Handel. Der französische Elektronikkonzern hat im vergangenen Jahr trotz des teils kräftigen konjunkturellen Gegenwinds seinen Gewinn etwas stärker gesteigert als gedacht. Der Überschuss kletterte um drei Prozent auf 1,84 Milliarden Euro. (APA, 21.2.2013)

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