Hasso Plattner: Großzügiger Gönner verteilt seine Milliarden

20. Februar 2013, 23:15
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SAP-Gründer spendet sein halbes Vermögen

Es ist ein exklusiver Club, dem Hasso Plattner nun angehört, man muss sehr viel Kleingeld mitbringen, um dazuzugehören. Der Gründer des weltgrößten Unternehmenssoftware-Herstellers SAP ist als erster Deutscher dem Spenderklub der US-Wirtschaftsgrößen Warren Buffett und Bill Gates beigetreten.

Als neues Mitglied von "The Giving Pledge" ("das Spendenversprechen") will er mindestens die Hälfte seines Vermögens für einen guten Zweck spenden. Das ist nicht wenig: Das Manager-Magazin schätzt, dass der 69-jährige Plattner, der am Donnerstag Geburtstag hat, rund sechs Milliarden Euro schwer ist, Forbes hat 6,9 Milliarden Euro errechnet.

Die Begründung für seine Großzügigkeit dürfte deutschen Politikern Tränen der Rührung in die Augen treiben: Er habe von der nahezu kostenlosen Ausbildung an einer der besten deutschen technischen Hochschulen, der Universität Karlsruhe, profitiert. "Das war ohne Frage die Grundlage für meinen persönlichen Erfolg."

Bilderbuchkarriere

Seine Bilderbuchkarriere beginnt der gebürtige Berliner nach dem Studium der Nachrichtentechnik 1968 bei IBM. Nur vier Jahre später gründet er mit vier Kollegen die Firma SAP. Bis 2003 steht er dort an der Spitze, seither ist er Aufsichtsratschef des Software-Giganten. Er hält auch 8,2 Prozent der Aktien.

Seit seinem Rückzug aus dem Tagesgeschäft fördert Plattner, der zwischen Baden-Württemberg und Südafrika pendelt, Wissenschaft und Kultur. In Potsdam gründete er an der dortigen Universität das Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik, an der Stanford University das Hasso Plattner Institute of Design. Zwei südafrikanische Unis unterstützt er in der Aidsforschung, die Uni Mannheim bekam zehn Millionen Euro für den Ausbau der Bibliothek, die Stadt Potsdam 20 Millionen Euro für den Wiederaufbau des Stadtschlosses.

"Genügend Vermögen"

"Reichtum verpflichtet", lautet sein Credo. Und eigentlich findet der zweifache Vater, dass mehr Menschen handeln sollten wie er: "Es ist in den letzten 50 Jahren in Deutschland genügend Vermögen angehäuft worden, da müssten Privatleute eigentlich mehr für die Öffentlichkeit tun."

Tipps, wie man überhaupt in die Lage kommt, so viel verteilen zu können, gibt der passionierte Hochseesegler und Golfer auch: "Mit ganz viel Glück. Man muss zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort mit den richtigen Freunden die richtige Idee haben und diese dann konsequent umsetzen." (Birgit Baumann, DER STANDARD, 21.2.2013)

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