Darabos ordnet die Heeresspitze neu

20. Februar 2013, 19:29
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Viele hochrangige Offiziere gehen in Ruhestand - Die Bewerber könnten ihren neuen Posten allerdings bald wieder verlieren

Wien - Verteidigungsminister Norbert Darabos kann noch vor Ende der Legislaturperiode die Spitzenposten des Bundesheeres neu mit ihm genehmem Personal besetzen - denn viele hochrangige Offiziere gehen heuer in den Ruhestand. Prominentester Pensionsanwärter ist General Edmund Entacher, der zwar nicht vom Minister verabschiedet wird, stattdessen aber eine standesgemäß ausgerichtete Feier in der Salzburger Schwarzenbergkaserne erhält.

Normalerweise würde der Abschied des Generalstabschefs mit einer Kommandoübergabe verbunden - doch die Führungsposition im Bundesheer wurde erst jetzt ausgeschrieben. In der Ausschreibung heißt es, der Minister behalte sich vor, die geeigneten Bewerber auf fünf Jahre zu bestellen oder auch nur mit der Funktion "zu betrauen".

Das bedeutet im Grunde, dass im Zuge einer Zentralstellenreform die Bewerber ihre Posten bald wieder verlieren könnten.

Für die Nachfolge von Generalstabschef Edmund Entacher gibt es mehrere mögliche Kandidaten. Dazu gehören Entachers Stellvertreter Othmar Commenda, der erst kürzlich zum Streitkräftekommandanten ernannte Franz Reißner und Karl Schmidseder, Stabschef im Kabinett des Ministers. Für Schmidseder spricht, dass er an vorderster Front für die SPÖ für ein Berufsheer gekämpft hat. Dass er als möglicher Generalstabschef die ungeliebte Wehrpflicht attraktivieren müsste, spricht aber wiederum gegen ihn - und für Commenda, der als politisch eher flexibel gilt. (APA/red, DER STANDARD, 21.2.2013)

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    Der prominenteste Pensionsanwärter ist Generalstabschef Edmund Entacher (re.).

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