Belgiens Parlament berät über Sterbehilfe für Minderjährige

20. Februar 2013, 19:27
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Gesetz für Erwachsene bereits seit 2002 in Kraft

Brüssel - Das belgische Parlament hat am Mittwoch eine Debatte darüber begonnen, Sterbehilfe auch für Minderjährige zu erlauben. Der als Experte angehörte Chef der Intensivstation des Königin-Fabiola-Kinderkrankenhauses, Dominique Biarent, forderte die Abgeordneten auf, das seit 2002 bestehende Sterbehilfe-Gesetz auf Kinder auszuweiten. Denn es werde bereits Sterbehilfe bei Kindern geleistet, wenn auch außerhalb der juristischen Bestimmungen. "Das wissen wir alle", sagte Biarent der belgischen Nachrichtenagentur Belga zufolge vor dem Parlament.

1432 Sterbehilfe-Fälle im vergangenen Jahr

Einer der Verfechter der erweiterten Sterbehilfe ist der Senator Philippe Mahoux von der regierenden Sozialistischen Partei (PS). Ein von ihm eingebrachter Vorschlag sieht vor, Sterbehilfe für unter 18-Jährige zu erlauben, wenn drei Bedingungen erfüllt sind: Die Betroffenen besitzen "Urteilsfähigkeit", sind "unheilbar krank" und leiden unter "unstillbaren Schmerzen". Mahoux fordert zudem, über die Ausweitung des Sterbehilfe-Gesetzes auf Patienten mit Alzheimer und ähnlichen Krankheiten zu diskutieren. Die Debatte im Parlament dürfte mehrere Monate dauern, da etwa die entscheidende Fragen wie ein Mindestalter für betroffene Minderjährige geklärt werden müssen.

Im vergangenen Jahr wurde in Belgien nach offiziellen Angaben in 1432 Fällen Sterbehilfe geleistet. Das ist ein Viertel mehr als im Vorjahr und die bisher höchste Zahl von Sterbehilfe-Fällen seit Inkrafttreten des entsprechenden Gesetzes 2002. (APA, 20.2.2013)

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