Motoren für US-Drohnen kommen aus Österreich

20. Februar 2013, 19:01
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BRP-Powertrain beliefert General Atomics - Innenministerium sieht keinen Verstoß gegen Kriegsmaterialgesetz

Linz/Washington - Die Motoren für die Drohnen, die die USA im "Krieg gegen den Terror" einsetzen, stammen aus Österreich. Die Predator-Drohnen sind mit Rotax-914-Triebwerken ausgestattet, die das Unternehmen BRP-Powertrain in Gunskirchen nahe Wels baut, berichtet die Tageszeitung "Die Presse". Das bestätigt die Traditionsfirma, die seit dem Jahr 1970 zum kanadischen Bombardier-Konzern gehört, nach Angaben des Blattes.

Zwischen 2004 und 2013 flogen die USA allein im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan 362 Drohnenangriffe. Mehr als 2.600 Menschen sollen dabei ums Leben gekommen sein, schätzt das Bureau of Investigative Journalism.

Das Drohnengeschäft der Firma, die Motoren für Leicht- und Ultraleichtflugzeuge baut, läuft über Drittanbieter. "Unser unabhängiger US-Distributor für Flugmotoren bearbeitet diesen Markt eigenverantwortlich. Er informierte uns, dass der Hersteller von Predator-Drohnen, General Atomics, ein Abnehmer unserer Motoren ist", hieß es auf Anfrage der Zeitung.

Nicht nur US-Drohnen betroffen

Doch Rotax-Motoren treiben nicht nur amerikanische, sondern auch israelische und französische Drohnen an. Israel hat zuletzt immer wieder Heron-Drohnen eingesetzt, um palästinensische Extremisten zu töten. Und Frankreich ließ in den vergangenen Wochen über malischem Kriegsgebiet Harfang-Drohnen aufsteigen, die von Rotax-914-Motoren in der Luft gehalten werden.

"Ein Verkauf der Motoren, auch an Drohnenhersteller, ist nicht illegal", teilte das Wirtschaftsministerium der "Presse" mit. Nach Ansicht von Rechtsexperten hätte aber die Firma es melden müssen, sobald die militärische Anwendung klar war.

Ein Verstoß gegen das Kriegsmaterialgesetz liegt laut Innenministerium jedoch nicht vor. Denn der Rotax-914 wird eben nicht nur militärisch, sondern vor allem zivil genützt. Insgesamt wäre das Geschäft mit Flugmotoren für Rotax vernachlässigbar, es macht ein Prozent aller Motoren aus, die das erfolgreiche Unternehmen für die verschiedenste Fortbewegungsmittel produziert: vom Motorrad über den Geländewagen bis zum Sportboot und zum Schneeschlitten. (APA, 20.2.2013)

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