Streiks in Oberösterreichs Ordensspitälern

20. Februar 2013, 18:39
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Weitere Proteste möglich, Geschäftsführung verweist auf Pühringer - der ist im Urlaub

Linz - Die Warnung ist deutlich: Die Proteste seien bloß als Auftakt zu verstehen, stellt Sonja Reitinger, die Verhandlungsführerin auf Arbeitnehmerseite, klar - ganztägig, doch zeitversetzt streikte am Mittwoch, wie angekündigt, die Belegschaft der acht oberösterreichischen Ordensspitäler. "Die Stimmung ist aufgeheizt, aber gut", sagt die Sprecherin des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB), der die "Kampfmaßnahmen" unterstützt.

Die Minimalforderungen des medizinischen Personals: Eine Abgeltung der Inflation oder eine Arbeitszeitverkürzung auf 39 Wochenstunden. "Wir hoffen auf substanzielles Entgegenkommen", sagt Reitinger. Komme es in den kommenden Kollektivvertragsverhandlungen - die nächste ist schon für heute, Donnerstagnachmittag, anberaumt - zu keinem Ergebnis, sei mit " massiven Streiks" zu rechnen.

Die Mitarbeiter fühlen sich vor allem deshalb "ungerecht behandelt", weil in den Ordensspitälern aller anderer Bundesländer der Lohn um 2,6 Prozent erhöht wurde - nur in Oberösterreich nicht. Die Geschäftsführung beruft sich auf das Land, das den Spielraum vorgebe, sie sei aber optimistisch, weil zukünftige Streiks unbedingt verhindert werden sollen.

Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) ist derzeit auf Urlaub. Er hatte aber bereits am Montag angekündigt, dass er sich eine 39-Stunden-Woche vorstellen könne, wenn dafür andere Regelungen auf die der Gespag runternivelliert würden - er forciert ein einheitliches Dienst- und Besoldungsrecht. "Der Landeshauptmann ist nicht unser Verhandlungspartner, das Angebot also nicht existent", heißt es dazu vom ÖGB. Man könne nicht immer nur "Rosinen gegen Zitronen tauschen", sagt Reitinger. Verhandeln würde sie aber "über alles". (Katharina Mittelstaedt, DER STANDARD, 21.2.2013)

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