Vorarlberg bietet deutlich billigere HPV-Impfung an

20. Februar 2013, 17:05
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Dreistufige Impfung ist dort für zehn bis 14-Jährige künftig für knapp 200 Euro erhältlich

Wien - Seit Februar werden in Vorarlberg deutlich kostenreduzierte HPV-Impfungen für Heranwachsende im Alter von zehn bis 14 Jahren angeboten. Der Impfstoff kann Informationen der Landesregierung zufolge um 54 Euro statt wie bisher um 190,65 Euro in der Apotheke gekauft werden. Die komplette dreiteilige Impfung kostet damit noch 198 Euro, was etwa einem Drittel des österreich-weiten Preises entspricht. Von der Impfung erhoffen sich Medizin und Politik eine relevante Senkung des Risikos für eine Gebärmutterhalskrebs-Erkrankung.

Infizierung mit HPV meist unbedenklich und temporär

Humane Papillomviren (HPV) werden über die Haut bzw. die Schleimhäute vorwiegend bei Sexualkontakten übertragen. Man rechnet damit, dass sich mehr als 70 Prozent aller Menschen im Lauf ihres Lebens mit dem Virus infizieren, in den meisten Fällen ohne Krankheitssymptome. Einige der über 100 HPV-Typen können allerdings zu Krebs führen - in erster Linie zu Gebärmutterhalskrebs bei Frauen, aber auch zu Tumoren im Mund-Rachen-Bereich bei beiden Geschlechtern.

Die in Vorarlberg angebotene Impfung mit der Vakzine "Gardasil" erfasst 70 Prozent der Krebs verursachenden Virus-Typen, betonen die Hersteller. Nach internationalen Empfehlungen sollen sowohl Buben als auch Mädchen geimpft werden. Kinder und Jugendliche, die nicht in die Altersgruppe der Zehn- bis 14-Jährigen fallen, können den Impfstoff um 89 Euro pro Dosis beziehen. Möglich wird dies durch eine Zusammenarbeit von Land, Gebietskrankenkasse, Apothekerkammer sowie der Sozialversicherungen der Bauern und der gewerblichen Wirtschaft.

Österreichweit gibt es trotz entsprechender Forderungen, unter anderem der Krebshilfe, kein öffentliches HPV-Impfprogramm. KritikerInnen der Impfung verweisen auf die mangelnde Absicherung des Nutzens durch Langzeitstudien wie auch auf die zu hohe Gewinnspanne der Hersteller. (APA/red, dieStandard.at, 20.2.2013)

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