Immobilien-Erträge steigen bei Bundesforsten

20. Februar 2013, 14:51
1 Posting

Die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) erzielen immer mehr Erträge aus ihrem Geschäftsfeld Immobilien

Wien/Purkersdorf - "Die Betriebsleistung bei den Immobilien ist im vergangenen Jahr auf 38,1 Mio. Euro gestiegen", sagte Finanz- und Immovorstand Georg Schöppl. 2011 waren es 35,6 Mio. Euro gewesen. Auch der Kernbereich Forst/Holz entwickle sich "grundsätzlich positiv, Zahlen gibt es dazu aber erst bei der offiziellen Bilanzpressekonferenz".

Verstärkt haben in den Bundesforsten zuletzt Erträge aus der Vergabe von Baurechten auf Pachtgrundstücken. Die Einnahmen daraus (Baurechtszins, jährlich rund 4 Prozent) stiegen von 2011 auf 2012 um 9 Prozent auf 2,3 Mio. Euro. 2007 lag man noch bei Einnahmen von rund 1,2 Mio. Euro - bis zum Vorjahr haben sich diese also verdoppelt. Derzeit gibt es laut Schöppl "knapp 400 solcher Verträge", die bis zu 100 Jahre lang laufen. Schöppl betonte, dass die ÖBf "auf gesetzlicher Basis so arbeiten, dass wir unsere Ergebnisse nicht über Grundverkäufe finanzieren". Er freue sich viel mehr über die "langfristigen Erlöse aus in der Regel langfristigen Vertragsverhältnissen".

Was mit Bauten nach Vertragsablauf geschieht, die ein Pächter mit Baurecht auf ÖBf- bzw. Republiksflächen errichtet, konnte Schöppl nicht wirklich beantworten: "Da müssen wir in 90 bis 100 Jahren ein Gespräch darüber führen. Mitzuberücksichtigen ist dabei aber, dass neue Häuser ja nicht mehr für Jahrhunderte errichtet werden."

Immobilien werden wichtiger

Die ÖBf setzen also immer mehr auf den Geschäftsbereich Immobilien, "sogar während der Krisenjahre hatten wir hier eine positive Entwicklung", erklärte Schöppl. "Bis 2015 wollen wir mit dieser Sparte eine Betriebsleistung von 45 Mio. Euro erreichen." Dann würde sich die Ertragssituation zwischen den Bereichen "Forst/Holz" und "Immobilien" zweifellos verschieben. Derzeit bewegt sie sich im Verhältnis 60 zu 40.

Schöppl versicherte, "unser Kerngeschäft wird immer das Betreuen und Schützen der Wälder bleiben, die Immos sind heute aber das zweite große Standbein und der Bereich wird immer wichtiger - Fakt ist, wir betreuen jeden zehnten Quadratmeter in Österreich". Er sehe "kein entweder-oder" zwischen Immos und Forst, sondern "ein sowie".

Die Immobilien dienen auch oder vor allem der wirtschaftlichen Absicherungen, das Holzgeschäft ist in Schöppls Worten "tückisch", weil es großen Preisschwankungen unterliegt. "Immobilien und Dienstleistungen (dritter Geschäftsbereich, Anm.) funktionieren in anderen Zyklen", so Schöppl. Insgesamt sei man also "gut aufgestellt".

Den Vorwurf von manchen Grundbesitzern, sie würden von den Bundesforsten bei Neuvermessungen einseitig "overruled" und sie könnten auch nach 80 Jahren Pacht Flächen nicht kaufen und die Pacht sei überhaupt zu hoch, ließ Schöppl nicht gelten. Falsche Vermessungen gingen in einem Rechtsstaat gar nicht. Vor allem aber "würden wir ein anderes Gespräch führen, wenn wir Flächen an österreichischen Seen verkaufen würden - das gibt es nicht". In Zahlen lieferte Schöppl folgenden Vergleich: "Beispielsweise bezahlen Sie am Millstätter See in Kärnten für einen Zehn-Quadratmeter-Steg im Jahr 110 Euro Pacht, am Attersee in Oberösterreich 147 Euro. Bitte vergleichen Sie diese Kosten beispielsweise mit jenen für eine Dauerparkplatz." (APA, 20.2.2013)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Nicht nur Wäder bringen Erträge...

Share if you care.