Berlusconi-Vertrauter will TV-Gruppe La7 kaufen, Streit in Rom

20. Februar 2013, 14:46
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Entwicklungen auf dem italienischen Fernsehmarkt sorgen für Spannungen vor den Parlamentswahlen

Rom - Die Entwicklungen auf Italiens Fernsehmarkt sorgen für Spannungen zwischen den beiden Schwergewichten des italienischen Wahlkampfes, Pierluigi Bersani und Silvio Berlusconi. Mitte-links-Chef Pierluigi Bersani reagierte besorgt auf die Ankündigung der Gruppe Telecom Italia, sie werde exklusive Gespräche mit dem Turiner Verleger Urbano Cairo für den Verkauf der drittstärksten Fernsehgruppe im Land, La7, starten. Cairo war bislang für die Werbung von Berlusconis TV-Gruppe Mediaset zuständig.

Wegen Cairos guten Kontakten zu Berlusconi zeigte sich Bersani besorgt, dass der Mailänder TV-Unternehmer indirekt Einfluss auf die bisher einzige neutrale Fernsehgruppe im Land übernehmen könne. Man müsse weitere Interessenskonflikte im Medienbereich unbedingt verhindern, betonte Bersani. Er warnt immer wieder vor Berlusconis negativem Einfluss auf die Medienfreiheit in Italien.

Berlusconi reagierte nervös auf die Worte seines politischen Rivalen. Als "mafiöse Warnung" bezeichnete der TV-Unternehmer die Worte des Mitte-links-Chefs. "In Italien gibt es klare Regeln bei wirtschaftlichen Verhandlungen. Eine Kartellbehörde wacht über die Konkurrenz im Medienbereich", kommentierte Berlusconi.

Telecom Italia muss die Tochter TI Media, zu der La7 gehört, abgeben, nachdem sie im vergangenen Jahr einen Verlust von 240 Millionen Euro ausgewiesen hat. Telecom Italia trennt sich von TI Media um seinen Schuldenberg von 28,3 Mrd. Euro abzubauen. (APA, 20.2.2013)

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