Das Wohnzimmersofa im wild wuchernden Garten

21. Februar 2013, 17:00
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Dieses Jahr wird es verspielt im Garten, wenn es nach den Prognosen der Blumenhändler und Gartenexperten geht. Durchgestylt und hochmodern ist out, verwunschene Gärten sind im Kommen.

Um voller Tatendrang in die neue Gartensaison starten zu können, fehlen eigentlich nur mehr Sonnenschein und einige Plusgrade. Nach Monaten der winterlichen Ruhepause zieht es die Gartenbesitzer nun immer mehr nach draußen – und dort wird nicht nur auf der Terrasse entspannt, sondern auch gesät, umgegraben, gepflanzt und neu gestaltet. Denn auch wenn Gärten nicht jedes Jahr neu erfunden werden müssen, so gibt es bei Rasen & Co dennoch Trends.

Purismus out – Wildnis in

"Es geht dieses Jahr noch mehr in Richtung verwunschener Garten. Das Glatte und Durchgestylte aus der Vergangenheit ist nicht mehr so gefragt", erklärt Gartenexperte Bernhard Kramer (Kramer & Kramer). Statt perfekt geschnittenem Rasen und exakt gelegtem Kies, sind nun wieder üppigere und wildere Pflanzen gefragt, die mit farbigen Blumen kombiniert werden. "Bonsai-Bäumchen, die mit der Nagelschere akkurat beschnitten werden, sind 2013 nicht mehr in Mode." Das sehen auch die "Gärtner von Eden" so, ein genossenschaftlicher Zusammenschluss von etwa 60 Gartengestaltern im deutschsprachigen Raum: "Die Formen werden wieder runder, die Materialien ursprünglicher und die Pflanzungen vielfältiger."

Das Thema Beleuchtung wird dieses Jahr noch bedeutender als in den vergangenen Jahren. Licht soll hochwertige Solitärpflanzen – das sind optisch dominierende Bäume oder Sträucher – wie auch alte Hölzer in Szene setzen. "Man kann spezielle Blumen oder Bäume mit Licht besonders hervorheben und sie wie Kunstwerke wirken lassen", so Kramer. Auch bei Pflanzen gibt es dieses Jahr einen Trend, der in Richtung Hochwertigkeit geht: "Felsenbirnen, das sind sommergrüne, kleine Bäume und Sträucher, oder Rhododendren mit ihren prachtvoll duftenden Blüten, sind heuer gefragt."

Terrasse als verlängertes Wohnzimmer

Bei der Terrasse ändert sich vom Material her wenig. Auch heuer kommen vor allem  klassische Hölzer wie Lärche oder Teak zum Einsatz. Das lässt die Außenfläche wohnlicher wirken und kann das Wohnzimmer optisch nach draußen verlängern. Damit die Terrasse nicht nur bei Schönwetter genutzt werden kann, lassen immer mehr Gartenbesitzer einen Teil der Terrasse überdachen. Ein Trend bleibt weiterhin bestehen: Die Terrasse wird großzügig gestaltet, sie soll viel Platz zum Entspannen und auch zum Grillen und Feiern bieten.

Auf der internationalen Gartenmesse spoga+gafa in Köln wurden im September des vergangenen Jahres die Gartenmöbel dieser Saison präsentiert: Lässig-coole Lounges, zierlich-luftige Sofas und Produkte im Indoor-Look stehen 2013 hoch im Kurs. Ein Klassiker feiert übrigens sein Revival: der Spaghetti-Sessel, dessen Sitz- und Rückenfläche mit "Kunststoff-Spaghetti" bespannt ist. "Die Farbe der Saison ist ein neutrales Weiß. Das wirkt elegant und natürlich. Aber es beschränkt sich nicht alleine darauf, sondern es wird mit bunten Akzenten kombiniert, etwa mit knalligem pink oder sattem blau", analysiert Kramer.

Weiterhin Trend: Selber gärtnern

Wie bereits in den letzten Jahren boomen junge Gemüsepflanzen, Kräuter und Saatgut in den Gärtnereien. Obst und Gemüse wird gerne selbst angebaut, das funktioniert problemlos auch auf wenigen Quadratmetern Garten oder am Balkon – sei es in einem Hochbeet oder als Topfpflanze. Die "Gärtner von Eden" verzeichnen einen Trend in Richtung alte Obst- und Gemüsesorten: "Gartenbesitzer entwickeln sich immer mehr zu Gourmets".

Gartengestaltung – selber Hand anlegen?

Wer den perfekten Garten möchte, der sollte sein grünes Herzstück vertrauensvoll in die Hände eines professionellen Gartengestalters legen. Hier vereinen sich Pflanzenkenntnisse und handwerkliches Know-how. Das hat allerdings seinen Preis. Wer die Gestaltung seines Gartens selbst bewerkstelligen möchte, der kann ein wenig Info in Baumärkten (kostenlose Vorträge und Ratgeber) einholen oder einen Workshop auf der Volkshochschule belegen oder sich mittels Gartenbüchern Kenntnisse aneignen und dann mit viel Muße und einer gehörigen Portion Zeit loslegen. So ist es durchaus im Rahmen des Möglichen, den Rasen selbst zu säen bzw. Rollrasen selbst zu verlegen. Eine nötige Rollwalze kann man beispielsweise mieten. Bei der Wahl von Bepflanzungen sollte man jedoch nicht blind drauf loslegen, sondern sich im Vorhinein genau in einer Gärtnerei informieren. (Karin Jirku, derStandard.at, 28.2.2013)

Tipps zur Gartengestaltung:

Grün Hoch 3 plant und realisiert Gärten und Dachterrassen.

Kramer & Kramer gestaltet individuelle Gärten und bietet Outdoor-Möbel an.

Gärtner von Eden sind eine Genossenschaft, die für hochwertige Planung und Umsetzung im Bereich der Neu- und Umgestaltung von Privatgärten stehen.

  • Der Garten darf 2013 "wild" aussehen - der Trend geht zum "verwunschenen Garten".
    foto: kramer und kramer/katsey.org

    Der Garten darf 2013 "wild" aussehen - der Trend geht zum "verwunschenen Garten".

  • Mit weißen Gestaltungselementen im Garten liegt man 2013 richtig.
    foto: kramer und kramer/katsey.org

    Mit weißen Gestaltungselementen im Garten liegt man 2013 richtig.

  • Die Terrasse soll das Gefühl von Weite geben und den Wohninnenraum optisch vergrößern.
    foto: kramer und kramer/katsey.org

    Die Terrasse soll das Gefühl von Weite geben und den Wohninnenraum optisch vergrößern.

  • Retrotrend: Der Spaghettisessel
    foto: karin jirku

    Retrotrend: Der Spaghettisessel

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