Italiens Wahlkrimi endet mit einer Blockade

Livebericht
26. Februar 2013, 02:04

Bersani gewinnt Mehrheit in Kammer, verfehlt sie im Senat - Beppe Grillo kommt auf über 20 Prozent, Monti enttäuscht

Das Linksbündnis von Pier Luigi Bersani hat bei der Parlamentswahl in Italien das Abgeordnetenhaus für sich erobert. Dies teilte das Innenministerium in der Nacht zum Dienstag mit. Mit 29,5 Prozent der Stimmen setzte sich Bersanis Allianz knapp gegen Berlusconis Mitte-rechts-Bündnis durch, das auf 29,18 Prozent kommt. Mit dem Mehrheitsbonus, den der Gewinner im Abgeordnetenhaus bekommt, erhält Bersani 55 Prozent der 630 Sitze.

Beppe Grillos Fünf-Sterne-Bewegung kam aus dem Stand auf 25,55 Prozent, Mario Montis Zentrumsblock hingegen nur auf 10,56 Prozent.

Bersani kam im Senat laut offiziellen Ergebnissen auf 31,6 Prozent, die Mitte-Rechts-Allianz um seinen Rivalen Silvio Berlusconi erreichte überraschend 30,7 Prozent. Da die Mandate im Senat entsprechend der Einwohnerzahl verteilt werden, ergaben sich laut Hochrechnungen für Berlusconis Lager 115 Sitze, auf Bersanis Bündnis entfallen 120 Senatoren.

Die Mehrheit im Senat von 158 Sitzen erreicht Bersani auch nicht mit Mario Montis Stimmen, der mit 9,1 Prozent auf 18 Sitze kommt. Grillos Bewegung erreicht 23,79 Prozent und erhält 54 Sitze.

Da beide Parlamentskammern gleichberechtigt sind, bräuchte Bersani im Senat entweder die Unterstützung von Silvio Berlusconi oder Beppe Grillo, um regierungsfähig zu sein. Grillo hat dies bereits vor der Wahl ausgeschlossen, und auch eine große Koalition mit Berlusconi erscheint eher unwahrscheinlich. (APA, 26.2.2013)

Neuester Eintrag unten
25.2., 23:37
Stand von 22.45 Uhr.
25.2., 23:23
Mario Monti zeigt sich trotz Wahlschlappe kämpferisch. Credit: Reuters/Rossi
25.2., 22:02
Bei diesem Wahl-Chaos ist selbst unser berühmtes Orakel Riccioli Azzurri etwas überfordert. Da hilft auch die Sehhilfe wenig. Credit: derStandard.at/Elefantenliebhaber
25.2., 21:07
Silvio Berlusconis Kronprinz Angelino Alfano trifft in der Parteizentrale ein und hat gut lachen. Credit: AP/Borgia
25.2., 20:27
Momentaufnahme von 20 Uhr MEZ.
25.2., 19:53
In der römischen Zentrale von Silvio Berlusconis PdL warten Journalisten gespannt auf das Endergebnis. Credit: AP/Borgia
25.2., 19:29
In der Zentrale von Beppe Grillos Fünf-Sterne-Bewegung in Rom geben die Kandidaten Davide Barillari, Alessandro Di Battista and Marta Grande eine Pressekonferenz. Der Chef selbst ist nicht dabei.
25.2., 17:49
Auszählen ist momentan in Italien angesagt. Am späteren Abend oder gar erst morgen soll ein Endergebnis vorliegen. Credit: Reuters/Stringer
25.2., 16:28
Das sind die Zahlen von 15 Uhr nach ersten Nachwahlbefragungen (instant polls). Mittlerweile ist alles wieder anders.
25.2., 15:22
Ist er schon der Sieger? Zumindest in der Abgeordnetenkammer sieht es danach aus. Foto: AP/Cantile
25.2., 14:33
Auch Beppe Grillo hat nun seine Stimme abgegeben, und zwar in Genua. Credit: EPA/Riccardo Arata
25.2., 13:42
Was sich die sitzende Dame im weinroten Pullover wohl gerade denkt? Credit: Reuters/Rellandini
25.2., 13:38
Mit diesem Stimmzettel für den Senat wird das Rennen heute entschieden. Die aneinandergereihten Logos bezeichnen Koalitionen, jene mit Zwischenraum stehen für Einzelparteien, für die im Senat eine Sperrklausel von acht Prozent gilt. Der entscheidende Mehrheitsbonus wird auf regionaler Ebene vergeben. Wer z.B. in der Lombardei auch nur um eine Stimme vorne liegt, gewinnt 27 Stimmen im Senat - ein unlogisches Hasardspiel.
25.2., 10:20
Wahlplakate pflastern die Städte und Dörfer zwischen Palermo und Tarvis, hier eines in Rom von Silvio Berlusconi. Credit: AP Photo/Gregorio Borgia
25.2., 10:15
Mario Monti wählt. Credit: REUTERS/Stefano Rellandini
25.2., 10:05
Wird er der neue Ministerpräsident ? Pier Luigi Bersani dürfte jedenfalls für den Partito Democratico gestimmt haben. Credit: AP Photo/Marco Vasini
25.2., 10:01
Foto: REUTERS/Cezaro De Luca
25.2., 09:59
Zwei Nonnen verlassen ein Wahllokal in der Innenstadt von Rom. Wen sie wohl gewählt haben? Credit: AP Photo/Andrew Medichini
25.2., 09:56
Berlusconi gibt sich siegessicher. Credit: EPA/DANIEL DAL ZENNARO
25.2., 09:54
In Mailand, der Heimatstadt des Skandalpremiers Silvio Berlusconi, protestierten am Sonntag Feministinnen gegen das verquere Frauenbild des Politikers. "Basta Berlusconi", skandierten sie. Credit: EPA/SALMOIRAGO PAOLO
26.2., 01:59Kim Son Hoang

Gute Nacht ...

... aber jetzt wirklich. Ernsthaft.
26.2., 01:57Kim Son Hoang

Im Senat verfehlt Bersanis Bündnis die Mehrheit!

Auch mit Montis Senatoren geht sich die Mehrheit von 158 Stimmen nicht aus. Bersani bräuchte also die Unterstützung von Grillo oder Berlusconi, um Gesetze durch das Parlament zu bekommen. Beides sehr unwahrscheinlich.
26.2., 01:40Kim Son Hoang

Offiziell: Bersanis Bündnis gewinnt die Kammer!

Das teilte das Innenministerium nach Auszählung von 99,9 Prozent der Stimmen mit. So, und jetzt ist wirklich Schluss ...
26.2., 01:00Kim Son Hoang

Werte User ...

... die letzten Wahlsektionen werden ausgesprochen gemächlich ausgezählt, und ich rechne nicht mit einem baldigen Ende, daher werde ich die Zelte hier nun abbrechen. Aber seien Sie versichert, dass wir ab 5.30 Uhr wieder auf dem neuesten Stand der Dinge sein werden. Ich wünsche eine gute Nacht, vielen Dank für Ihre Mitwirkung!
26.2., 00:41Kim Son Hoang

Bersani meldet sich zu Wort

Italien befindet sich in einer "heiklen Lage", sagt er in einer ersten Reaktion. "Wir werden die Verantwortung, die diese Wahlen uns gegeben haben, im Interesse Italiens meistern."
26.2., 00:29Kim Son Hoang

SVP in der Kammer

Das Endergebnis lässt weiter auf sich warten, aber das ist schon fix: Die Südtiroler Volkspartei (SVP) kam in ihrer Region auf 44,2 Prozent und schaffte damit klar die für den Einzug ins Parlament notwendige Hürde für Minderheitenparteien. Das Ergebnis lag damit nur knapp unter dem Ergebnis von 2008, wo die SVP ihr schlechtestes Wahlergebnis seit 1945 einfuhr und 44,3 Prozent erreichte.
26.2., 00:12Kim Son Hoang

Noch rund 700 Wahlsektionen ...

... sind in der Kammer auszuzählen, Bersani führt mit 29,57 zu 29,15 Prozent.
25.2., 23:55Kim Son Hoang

Sorry, aber das muss jetzt sein ...

... sonst bekommt die Tastatur mein Gesicht ab ...
25.2., 23:47Kim Son Hoang

Ich glaub ...

... das wird heut nix mehr ...
25.2., 23:43Kim Son Hoang

Wisst ihr, was mich zu später Stunde aufmuntert?

Dass wir das gleiche Trara in ein paar Wochen vielleicht wiederholen können ... /ironie off
25.2., 23:40Kim Son Hoang

Aktueller Stand in der Kammer:

29,6 zu 29,11 für Bersani. 59.715 von 61.446 Wahlsektionen ausgezählt. Das müsste sich ausgehen.
25.2., 23:36Kim Son Hoang

Bersani erklärt sich zum Sieger in der Kammer

25.2., 23:32Kim Son Hoang

Noch 0,51 Prozent ...

... Vorsprung für Bersani in der Kammer.
25.2., 23:27Kim Son Hoang

Also i warat jetzt ...

... für das Endergebnis bereit!
25.2., 23:22Kim Son Hoang

Falls es jemanden interessiert ...

... Monti ist vor die Presse getreten: "Italien muss eine Regierung garantiert werden. Es ist noch zu früh, um an Lösungen zu denken, wir stehen vor einer gravierenden Verantwortung." Monti kritisiert zudem das Wahlgesetz, das dem Wahlsieger in der Abgeordnetenkammer eine starke Mehrheitsprämie gewährt. "In keinem Land gibt es eine derart große Mehrheitsprämie, um die Regierbarkeit zu garantieren."
25.2., 23:14Kim Son Hoang

Ich leg mich fest, es bleibt beim Patt!

Wer gegen mich setzt und gewinnt, darf mich duzen.
25.2., 23:05Kim Son Hoang

114:113 im Senat!

Berlusconi führt nur mehr knapp. Bersani hat nämlich die Führung im Piemont übernommen. Und dabei wird es wohl bleiben, wenn sich meine müden, rechteckigen Augen nicht verschaut haben.
25.2., 23:02Kim Son Hoang

Reuters vermeldet:

Italien-Wahl schickt US-Börsen und Euro auf Talfahrt. Ich sollte mich mit dem Beruhigungstee beeilen ...
25.2., 22:56Kim Son Hoang

Jetzt geht es langsam wirklich in die Schlussphase

Bevor das Endergebnis kommt, lass ich aber noch weißen Rauch vor der Haustür aufsteigen. Schließlich gibt's ja bald wieder ein Konklave ...
25.2., 22:39Kim Son Hoang

Es wird noch enger in der Kammer

56.438 von 61.446 Wahlsektionen ausgezählt: Bersani 29,78 - Berlusconi 28,93 Prozent.
25.2., 22:19Kim Son Hoang

Wird das heute etwa noch der totale Berlusconi-Triumph?

Ich geb auf alle Fälle eine Runde Beruhigungstee für die Märkte aus.
25.2., 22:12Kim Son Hoang

Bersanis Vorsprung schrumpft!

Nach Auszählung von 52.592 der insgesamt 61.446 Wahlsektionen beträgt Bersanis Vorsprung in der Kammer nur mehr rund 1,1 Prozent. 29,93 hat er momentan, Berlusconi 28,84.
25.2., 22:09Kim Son Hoang

Grillo ist müde

Die Tageszeitung "La Stampa" zitiert den Wahlsieger: "Ich bin müde. In drei Jahren sind wir die stärkste Partei in Italien, niemand kann uns schlagen. Die Regierung? Die einzige Lösung ist PD-PdL-Koalition."
25.2., 22:05Kim Son Hoang

Ratlosigkeit ...

... bei Riccioli Azzurri (im Bild links), Entsetzen bei politischen Beobachtern. Ferruccio de Bortoli, Chefredakteur der Tageszeitung "Corriere della sera", spricht von einem "historischen Tag" mit einem "Schock-Wahlergebnis". Das Ergebnis zeige das "Unbehagen und die Empörung der Italiener gegenüber der politischen Klasse" und müsse daher sehr ernst genommen werden.
25.2., 21:28Kim Son Hoang

Neuer Wasserstand

Kammer: Bersani 30,27 Prozent - Berlusconi 28,48 Prozent. Im Senat führt weiterhin Berlusconi mit 123 zu 104 Sitzen.
25.2., 21:23Kim Son Hoang

Freude im Berlusconi-Lager

Angelino Alfano, offizieller PdL-Chef, gerade bei einer Pressekonferenz in Rom: "Wir sind die Koalition mit der relativen Mehrheit im Senat. Das ist ein außerordentliches Ergebnis, für das wir uns bei Berlusconi bedanken." Alfano dankte zudem den "Millionen von Wählern, die uns vertraut haben".
25.2., 21:15Kim Son Hoang

Österreich-Bezug

Denn hätten wir ja glatt vergessen. Wir haben uns gefragt, weshalb Italien zwei Tage für eine Wahl braucht. Und da wir keine Antwort fanden, haben wir unsere italienische Kollegin gefragt. Antwort: "Weil es immer schon so war."
25.2., 21:11Kim Son Hoang

Sind Sie eigentlich noch da?

Wir auf jeden Fall schon. Zwangsläufig ...
25.2., 20:34Kim Son Hoang

Aviso

STANDARD-Korrespondent Gerhard Mumelter analysiert morgen von 11 bis 12 Uhr im Chat das Ergebnis der Italien-Wahl.
25.2., 20:21Kim Son Hoang

Die "Sauerei"

Das umstrittene Wahlrecht wurde von seinem Urheber Roberto Calderoli selbst mal als solche bezeichnet. Grund dafür sind unter anderem die Mehrheitsboni. Bei der Senatswahl etwa erhält die stimmenstärkste Partei in einer Region 55 Prozent der dort zu vergebenden Sitze, unabhängig davon, wieviel Prozent sie tatsächlich erhalten hat. Deshalb kann Bersani bei der Gesamt-Stimmenanzahl führen, aber bei den Sitzen trotzdem hinten liegen, weil Berlusconi die Regionen mit den meisten Sitzen in der Tasche hat. Ein Beispiel: In der Lombardei werden insgesamt 47 Senatssitze vergeben. Berlusconi führt derzeit mit 38,2 Prozent, Bersani ist Zweiter mit 29,6 Prozent. Aufgrund des Mehrheitsbonus erhält Berlusconi 27 Sitze, Bersani aber nur 11.
25.2., 20:14Kim Son Hoang

Abgeordnetenkammer

Auch hier werden mittlerweile die Stimmen ausgezählt. Zwischenstand: Bersani 31,14 Prozent - Berlusconi 27,51 - Grillo 25,60 - Monti 10,44.
25.2., 20:12Kim Son Hoang

Zwischenstand:

Laut italienischem Inneministerium liegt Bersani bei der Senatswahl derzeit bei 32,14 Prozent, Berlusconi nur bei 30,12 Prozent. Das hilft aber alles nichts, da Berlusconi immer noch mit 123 Sitzen führt. Bersani liegt bei 104.
25.2., 19:59Kim Son Hoang

Ob das das Fazit der heutigen Wahl sein wird?

25.2., 19:37Kim Son Hoang

Literatur-Nobelpreisträger Dario Fo ...

... feiert den Erfolg von Beppe Grillos Bewegung: "Das ist ein außerordentlicher Erfolg der Jugendlichen. Sauberkeit und Jugend gewinnen. In Italien muss alles geändert werden. Die Legislaturperiode könnte kurz werden, inzwischen muss man aber neue Wege erfinden, um die Institutionen zu erneuern."
25.2., 19:29Manuela Honsig-Erlenburg

Südtiroler Volkspartei schafft Hürde

Die Südtiroler Volkspartei ist scheinbar mit 24 Prozent in der Region Trentino-Alto-Adige um vier Prozentpunkte über der notwendigen Minderheitenklausel. Die SVP hat nach eigenen Angaben "zwei bis drei Prozentpunkte" verloren. Parteichef, LR Richard Theiner rechnete am Montagabend dennoch weiter mit drei Kammersitzen für seine Partei.
25.2., 19:25Kim Son Hoang

Der Triumph der Anti-Politik

Einen Kommentar von Christoph Prantner zur Wahl in Italien gibt es hier.
25.2., 19:19Kim Son Hoang

Aktueller Stand im Senat:

Bersani 32,5 Prozent, aber nur 104 Sitze - Berlusconi 29,7 Prozent, aber dafür 123 Sitze. Laut La Repubblica.
25.2., 19:12Kim Son Hoang

Zeit für eine kleine Zusammenfassung:

Der aktuelle Stand der Dinge: Laut bisherigen Hochrechnungen wird Bersanis Mitte-links-Bündnis im Abgeordnetenhaus gewinnen, im gleichgestellten Senat aber liegt Berlusconis Mitte-rechts-Bündnis vorne. Da eine große Koalition äußerst unwahrscheinlich ist, droht politischer Stillstand, der zu Neuwahlen führen könnte. Abgesehen davon kann man schon jetzt Beppe Grillo zu den großen Wahlgewinnern zählen, für Mario Monti ist es hingegen ein rabenschwarzer Tag.
25.2., 18:48Kim Son Hoang

Der Zwischenstand bei der Senatswahl ...

laut CISE: Berlusconi 128 Senatoren, Bersani 113.
25.2., 18:33Kim Son Hoang

Gleichstand im Senat:

Berlusconi und Bersani momentan jeweils mit 30,7 Prozent.
25.2., 18:31Kim Son Hoang

Die Lombardei ist wohl entschieden.

Hochrechnung von 17.50 Uhr: Berlusconi 37,7 Prozent, Bersani 29,9.
25.2., 18:23Kim Son Hoang

Neue RAI-Hochrechnung ...

... von 17:47 Uhr: Berlusconis Vorsprung im Senat schmilzt auf 0,6 Prozent. Momentan liegt sein Mitte-rechts-Bündnis bei 31, Bersanis Mitte-links-Bündnis bei 30,4 Prozent.
25.2., 18:18Kim Son Hoang

Wir stellen ...

... uns jetzt mal geistig auf einen langen italienischen Wahlabend ein:
25.2., 17:57Kim Son Hoang

Okay, nun Handfesteres von Mitte-links:

Stefano Fassina, Finanzexperte von Bersanis Bündnis: "Angesichts dieses Szenarios könnten wir ein neues Wahlgesetz verabschieden und wieder wählen."
25.2., 17:53Kim Son Hoang

Das Wort "Neuwahlen" ...

... sollen Personen des Mitte-links-Bündnisses bereits in den Mund genommen haben, wenn es bei diesen Ergebnissen bleibt. Berichtet zumindest Reuters. Was die Märkte wohl davon halten werden?
25.2., 17:45Manuela Honsig-Erlenburg

"Caos proiezioni" schreibt La Repubblica ..

.. und gibt das wieder, was wir uns auch denken. Während Sky TV am Montag die rechts-gemäßigte Allianz von Silvio Berlusconi in Führung sah, berichtete Mediaset TV von einer Führung für das Links-Bündnis von Bersani. Guardian schreibt nun ohne Angabe von Quellen, dass Berlusconi auch im Abgeordnetenhaus in Führung gehen könnte. Nennen wir es mal Kopf-an-Kopf-Rennen.
25.2., 17:30Manuela Honsig-Erlenburg

Wahlbeteiligung bei 75 Prozent ..

An der Wahl haben sich auch am Montag weniger Menschen beteiligt als 2008. Bei Schließung der Wahllokale um 15 Uhr betrug die Wahlbeteiligung in der Abgeordnetenkammer 75,2 Prozent und im Senat 75,1 Prozent, teilte das Innenministerium am Montag mit. Das sind 5,7 Prozent weniger als bei den Parlamentswahlen im Jahr 2008, damals gingen noch über 80 Prozent wählen.
25.2., 17:18Kim Son Hoang

Hochrechnung von 17 Uhr:

Senat: Berlusconi 31,3 Prozent, Bersani 30,1 Prozent, Grillo 24,6 und Monti 9,4 Prozent.
25.2., 17:14Manuela Honsig-Erlenburg

Gleichberechtigte Kammern ...

Abgeordnetenkammer und Senat sind bei der Gesetzgebung übrigens gleichberechtigt. Endgültige Klarheit über die künftigen Machtverhältnisse dürfte erst nach Auszählung aller Stimmen herrschen. In den besonders umkämpften Schlüsselregionen wie der Lombardei sowie Sizilien und Kampanien lagen Berlusconi und seine Bündnispartner den Hochrechnungen zufolge knapp in Führung.
25.2., 17:13Manuela Honsig-Erlenburg

Ein politischer Patt ..

... ist das letzte, was Italien nun brauchen kann. Politische Blockade würde über kurz oder lang auf Neuwahlen hinführen, wo dringend Reformen zur Bekämpfung der Rezession und der Schuldenkrise notwendig sind. Die italienische Börse drehte nach Veröffentlichung der Hochrechnungen übrigens wieder ins Minus, Dax und Euro gaben ihre zuvor erzielten Gewinne zum Teil wieder ab.
25.2., 16:54Manuela Honsig-Erlenburg

Ad Südtirol

Die SVP muss übrigens in der Region Trentino-Alto-Adige als Minderheitspartei mindestens 20 Prozent schaffen, um ins Abgeordnetenhaus zu kommen. Das wird knapp.
25.2., 16:53Kim Son Hoang

Erste Hochrechnungen: Berlusconi im Senat vorne

25.2., 16:51Kim Son Hoang

Senat: Berlusconi in der Lombardei vorne

La Repubblica berichtet: 34,6 Prozent für Mitte-rechts, 31 Prozent für Mitte-links. Wie immer noch keine offiziellen Zahlen.
25.2., 16:43Kim Son Hoang

Stichwort Monti ...

... im Abgeordnetenhaus benötigt man als Parteienbündnis mindestens zehn Prozent, um einzuziehen. Momentan liegt er bei 9,6 ...
25.2., 16:40Kim Son Hoang

Falls Sie sich fragen ...

... wann es endlich neue Zahlen zur Lombardei gibt: Das fragen wir uns auch! Momentan sind wir immer noch beim Kopf-an-Kopf-Rennen von 15 Uhr, 37 Prozent jeweils für Mitte-links und Mitte-rechts.
25.2., 16:37Kim Son Hoang

Schwenk in Sizilien (26 Senatssitze)

Mitte-rechts 32,1 und Mitte-links 28,6 Prozent laut Hochrechnungen von 16.20 Uhr. Um 15 Uhr lag Mitte-links noch mit 32 zu 29 Prozent vorne.
25.2., 16:28Kim Son Hoang

Okay, auch La Repubblica schwenkt nun um ...

... Berlusconi 31, Bersani 29,5 Prozent. Bitte nicht vergessen, das sind noch immer keine offiziellen Zahlen!
25.2., 16:25Kim Son Hoang

Berlusconi laut RAI im Senat vorne

Mitte-rechts soll demnach bei 31, Mitte-links bei 29 Prozent liegen. Andere Medien berichten aber weiter Gegenteiliges.
25.2., 16:22Manuela Honsig-Erlenburg

Beppe Grillo ..

.. schneidet anscheinend auch schlechter ab, als erwartet. In letzten Umfragen kam er auf 20 Prozent. Zur Erinnerung: er selbst wird nicht Abgeordneter, denn Grillo ist vorbestraft, und zwar wegen "fahrlässiger Tötung" nach einem Verkehrsunfall in den 80er-Jahren. Die Leute auf Grillos Liste sind weitgehend unbekannt oder zumindest keine gelernten Politiker.
25.2., 16:12Kim Son Hoang

Zwischenstand in Sizilien (26 Sitze):

Bersani 32, Berlusconi 29, Grillo 23 und Monti 8 Prozent. Aber auch das sind noch keine offiziellen Zahlen.
25.2., 16:08Manuela Honsig-Erlenburg

Undankbarkeit ist des Monti Lohn

Das schlechteste Ergebnis der italienischen Parlamentswahlen 2013 muss definitiv Mario Monti einstecken. Er wurde für die drakonische Steuer- und Sparpolitik, die sein Fachleutekabinett den Italienern im vergangenen Jahr zur Rettung der Finanzen beschlossen hat, vom Wähler abgestraft. Solange sich Mario Monti als überparteilicher Wirtschaftsprofessor und Retter von Italiens Wirstchaft positionieren konnte, waren seine Beliebtheitswerte noch einigermaßen beachtlich. Seine Glaubwürdigkeit schätzten die Italiener als hoch ein. Seitdem er sich allerdings in den Wahlkampf stürzte, ging es bergab mit dem ehemaligen Europapolitiker. Also kann es nicht allein an der Sparpolitik seiner Regierung liegen, dass er nun nicht einmal seine ohnehin niedrigen Erwartungen nicht erfüllt. Vielmehr hat er es verabsäumt, sich im Wahlkampf auf die Wähler der rechts der Mitte zu konzentrieren, beziehungsweise sich klar im politischen Spektrum zu verankern. Wirtschaftsliberal, wertkonservativ, ein klassischer Vertreter einer Volkspartei, wollte Monti sich nie als Mitte-rechts bezeichnet wissen, sondern bestand immer auf seine neutrale Rolle als Reformer. Ist wohl schief gegangen.
25.2., 15:58Kim Son Hoang

Auch im Senat soll Bersani ...

... nun vorne liegen. Abhängig davon, ob er die Lombardei gewinnt oder nicht, soll er bei 156 bis 169 Sitzen liegen.
25.2., 15:53Kim Son Hoang

Neues aus der Lombardei:

Bersani 37, Berlusconi 37 Prozent. Ersterer soll angeblich mit 0,1 Prozent führen, aber das sind weiterhin keine offiziellen Zahlen ...
25.2., 15:49Manuela Honsig-Erlenburg

Mario Monti kann einem fast leid tun ..

... er wollte ja bloß die Finanzen retten. Und jetzt bekommt er nicht einmal seine 12 Prozent. Ob ihn Bersani trotzdem als, z.B., Außenminister engagiert?
25.2., 15:43Kim Son Hoang

Warten auf offizielle Zahlen ...

... ist nun die Devise. Was man aber aufgrund der bisher erhobenen Zahlen der Nachwahlbefragungen schon sagen kann: Für Mario Monti ist das heute kein Jubeltag ...
25.2., 15:37Manuela Honsig-Erlenburg

Die Märkte reagieren erleichtert ...

Die Mailänder Börse baute nach Schließung der Wahllokale um 15 Uhr ihre Gewinne aus. Auch der Dax in Frankfurt zog an. Der Euro pendelte um die Marke von 1,33 Dollar.
25.2., 15:33Kim Son Hoang

Die ersten offiziellen Zahlen ...

... für das Abgeordnetenhaus werden in einer halben Stunde erwartet.
25.2., 15:26Kim Son Hoang

Lombardei: Mitte-links 42-44 Prozent, Mitte-rechts 42-44 Prozent

Gut, dass wir uns heute nichts mehr vorgenommen haben ...
25.2., 15:22Kim Son Hoang

Zur Erinnerung:

Die Partei, die eine Region gewinnt, erhält mindestens 55 Prozent der dort zu vergebenen Senatssitze. Und die mit Abstand meisten werden in der Lombardei vergeben.
25.2., 15:19Kim Son Hoang

Bersani führt ..

... in Sizilien (26 Sitze) und Kampanien (30), Berlusconi momentan in Venetien (24).
25.2., 15:16Kim Son Hoang

Lombardei:

In Italiens Ohio gibt es momentan ein Kopf-a-Kopf-Rennen zwischen Bersani und Berlusconi. Dort gibt es 47 Senatssitze zu vergeben.
25.2., 15:15Kim Son Hoang

Nächste Exit Poll ...

... diesmal von SkyTG 24: Mitte-links 34,5 Prozent im Abgeordnentenhaus und 37 im Senat, Mitte-rechts 29 im Abgeordnetenhaus und 31 Prozent im Senat. Grillo mit 19 und 16,5 Prozent und Monti mit 9,5 und 9 Prozent.
25.2., 15:05Kim Son Hoang

Mitte-links 35-37, Mitte-rechts 29-31, Grillo 19-21, Monti 8-10 Prozent

Laut RAI Exit Poll.
25.2., 15:02Kim Son Hoang

Berlusconi demnach Zweiter!

25.2., 15:01Kim Son Hoang

Erste Exit Polls: Bersani führt!

25.2., 15:00Kim Son Hoang

Wahlschluss - Jetzt wird's ernst!

25.2., 14:55Kim Son Hoang

Fünf Minuten noch ...

... zur Orientierung, was bei welchem Ergebnis passieren könnte, hat der Guardian eine schöne Grafik gebastelt.
25.2., 14:45Kim Son Hoang

Die Finanzmärkte ...

... sind optimistisch und setzen auf stabile Regierungsverhältnisse, sprich auf einen klaren Wahlsieg von Bersanis Mitte-links-Bündnis. Anleger griffen daher verstärkt bei italienischen Anleihen zu.
25.2., 14:21Kim Son Hoang

Der Countdown läuft

40 Minuten noch, bevor die Wahllkokale schließen und die ersten Exit Polls veröffentlicht werden. Ein Endergebnis wird erst in den späten Abendstunden oder vielleicht auch erst am Dienstag bekannt gegeben.
25.2., 13:56Kim Son Hoang

Off topic, aber aus aktuellem Anlass:

Wussten Sie eigentlich, dass Italien mit zehn Auszeichnungen das erfolgreichste Land bei den Auslands-Oscars ist? Dafür verantwortlich ist unter anderem dieser Herr hier:
25.2., 13:44Kim Son Hoang

Wir bitten um Mithilfe!

<---- Das Bild links betrachten (Berlusconis Stimmabgabe) und die Fantasie spielen lassen. Los geht's!!!
25.2., 13:23Kim Son Hoang

Je mehr Schnee ...

... fällt, desto schlechter ist das übrigens für Berlusconis Wahlbündnis. Warum? Ältere Wähler tendieren laut Wahlforschern zu Berlusconi, und die bleiben bei Schlechtwetter eben eher zu Hause.
25.2., 13:08Kim Son Hoang

Guten Tag, werte User ...

... die Verstärkung ist da.
25.2., 13:02Manuela Honsig-Erlenburg

Beppe Grillos Bewegung ...

.. ist die Wahl für die Protestwähler. Wie soll man Grillo beschreiben? Populist trifft es vermutlich. Politische Ausrichtung: eher anarchisch. Der Erfinder der V-Days (Vaffanculo oder 'Leck mich am Arsch') tritt gegen tradierte Parteien, Korruption und für Transparenz ein. Im Internet geißelt er Politiker, die wegen diverser Delikte vorbestraft sind. Grillo ist ebenfalls vorbestraft und kann deshalb gemäß den strengen Regeln der "Fünf-Sterne"-Bewegung nicht für das Parlament kandidieren. Grillo hätte gerne Dario Fo als Präsidenten.
25.2., 12:38Manuela Honsig-Erlenburg

Bersani will an die Macht ..

Außerhalb Italiens hat man ihn bis vor kurzem nicht gekannt: Pier Luigi Bersani ist der Spitzenkandidat der sozialdemokratisch orierentierten Demokratischen Partei, die mit dem Mitte-links-Block kandidiert. Der Ex-Kommunist hat den Ruf, ein bodenständiger Politiker zu sein. Er war schon Verkehrs- und Wirtschaftsminister und Präsident der Region Emilia-Romagna. Bersani (61) hat Bereitschaft signalisiert, nach einem Wahlsieg mit Mario Monti und dessen Zentrumsblock zusammenzuarbeiten.
25.2., 12:30Manuela Honsig-Erlenburg

"Basta Berlusconi"

Im Mailand gab Silvio Berlusconi, begleitet von Protesten, seine Stimme ab:
25.2., 12:18Manuela Honsig-Erlenburg

Mein Lieblingswahlversprechen von Berlusconi:

Kommt sein Parteienbündnis an die Regierung (mit ihm als Wirtschaftsminister), dann will er als erste Amtshandlung die gerade erst wieder eingeführte Gemeindesteuer auf Immobilien abschaffen. Bereits bezahlte Steuern will er zurückerstatten, und zwar: jetzt kommt´s: aus eigener Tasche, wenn nötig. Unschuldige Frage: ist das schon Stimmenkauf? Und: was war Ihr Lieblingswahlversprechen im italienischen Wahlkampf?
25.2., 12:01Manuela Honsig-Erlenburg

Was zum komplizierten Wahlsystem, ...

.. das den Italienern 2006 Berlusconi eingebrockt hat: Die Sitze werden nach dem "Winner takes it all"-Prinzip vergeben. 630 Sitze gibt es im Abgeordnetenhaus. Die Koalition oder die Partei, die landesweit die meisten Stimmen erhält, kriegt automatisch 55 Prozent oder 340 der Sitze (falls sie nicht ein höheres Ergebnis hat, was unwahrscheinlich ist). Der Rest wird unter dem Fußvolk verteilt. Beim Senat ist es ähnlich. Der Gewinner bekommt 55 Prozent der Sitze der Region, ungerade Zahlen werden aufgerundet. Die Abgeordneten können übrigens nicht gewählt werden, sondern werden von der Partei ernannt.
25.2., 10:33Florian Niederndorfer

Aber die Märkte!

Kleiner Exkurs in die Wirtschaft: Der italienische Aktienmarkt hat am Montagmorgen zugelegt. Der Leitindex der Mailänder Börse stieg zur Eröffnung am Montag um 1,4 Prozent auf 16.455,99 Punkte. Die Wahl im Stiefelstaat habe damit aber nichts zu tun, heißt es. Der Markt folge allein den Vorgaben aus Asien und Europa.
25.2., 10:27Florian Niederndorfer

Milano, Ohio

Der nordwestlichen Region Lombardei wird heute besonderes Augenmerk zuteil. Der Landstrich rund um die Mode- und Finanzmetropole Mailand ist nicht nur der wirtschaftlich und bevölkerungsmäßig bedeutendste Italiens, hier dürften sich auch die Mehrheitsverhältnisse im italienischen Senat entscheiden. Ähnlich wie bei der vergangenen US-Wahl in Sachen Ohio heißt es in Italien: wer die Lombardei gewinnt, gewinnt die Wahl. Fast zehn Millionen Einwohner zählt die Lombardei, die rechtspopulistische Lega Nord greift bei den zeitgleich stattfindenden Regionalwahlen nach der Macht, es wäre die dritte große Region des Nordens nach dem Piemont und Venetien, in der die Seperatisten regieren.

Zwar blickt man in der Lombardei auf eine lange Geschichte der Lega-Dominanz zurück, in jüngster Zeit machten die Rechten aber auch durch eine Serie von Korruptionsskandalen auf sich aufmerksam. Der Vorsprung des Mitte-Rechts-Blocks ist indes geschmolzen wie der Schnee im Wiener Regen. Entscheidend wird sein, ob die Linke ihre Klientel mobilisieren kann.
25.2., 09:52Florian Niederndorfer

Geringe Wahlbeteiligung

Die Italiener selbst ließen es am ersten Tag der Parlamentswahl eher gelassen angehen. Bei Schließung der Wahllokale am Sonntag um 22 Uhr betrug die Wahlbeteiligung 55,17 Prozent. Das waren nach Angaben der Wahlkommission deutlich weniger als zu diesem Zeitpunkt vor fünf Jahren. Damals hatte die Beteiligung bei 62,55 Prozent gelegen.
25.2., 09:50Florian Niederndorfer

Guten Morgen!

Ganz Europa blickt heute auf die Parlamentswahl in der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone, Italien. derStandard.at berichtet live über Trends und Hintergründe der von vielen Beobachtern als schicksalhaft betrachteten Wahl. Ab 15 Uhr gibt es erste Exit Polls.
23.2., 23:39derStandard.at/International

Wer wird es?

Pierluigi Bersani, Berlusconi, Peppe Grillo oder Mario Monti? Wer wird Montagabend die Arme siegreich gen Himmel recken? Der Ausgang wird nicht zuletzt von der tatsächlichen Wahlbeteiligung abhängen. Was glauben die UserInnen? Punktet Berlusconi mit seiner Ankündigung, die Immobiliensteuer persönlich zurückzuzahlen? Oder schafft es der Mitte-links-Block Bersanis? Und wie wird Peppe Grillos Bewegung das Wahlergebnis aufmischen? Bitte schon jetzt posten. Wir berichten am Montag live.