Gigantischer Krater als Hinweis auf doppelten Asteroideneinschlag

20. Februar 2013, 13:05
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Wissenschafter finden in Australien Spuren eines einschneidenden Ereignisses am Ende des Devon

Sydney - Ist die Ursache für eines der großen Massenaussterben der Erdgeschichte gefunden? Wissenschafter haben in Australien einen gigantischen Einschlagkrater entdeckt, der etwa 360 Millionen Jahre alt ist. Mit einem Durchmesser von mindestens 200 Kilometern ist der im südaustralischen East Warburton Basin gelegene Krater der drittgrößte, der jemals auf der Erde gefunden wurde. Der Asteroid, der ihn verursachte, dürfte den Forschern zufolge einen Durchmesser von 10 bis 20 Kilometern gehabt haben.

Der heute von einer vier Kilometer dicken Bodenschicht bedeckte Fund stammt aus einem entscheidenden Abschnitt der Evolution: Damals, am Ende des Devon, eroberten gerade die ersten Wirbeltiere das Land. Der Großteil des Lebens spielte sich aber noch in den Meeren ab, und dort wirkte sich das Massenaussterben vor 360 Millionen Jahren auch am stärksten aus. Neben Trilobitenarten waren vor allem Korallen davon betroffen. Insgesamt starben damals etwa 50 Prozent der Arten aus.

Die Indizien

Ein solcher Einschlag habe "globale Auswirkungen, nicht nur regionale", erklärte der Forscher Andrew Glikson von der Australian National University. Die Analyse von Quarzproben aus der Region zeige, dass das Gestein damals einem extremen Schock ausgesetzt wurde.

Glikson untersuchte mit seinen Kollegen seismische Anomalien in der Region und vermutet, dass es sich um einen Zwillingseinschlag gehandelt haben könnte. Der Asteroid wäre demnach auf seinem Weg durch die Erdatmosphäre in zwei Teile zerbrochen. Eine weitere Anomalie in West Warburton könnte der Krater des zweiten eingeschlagenen Asteroidenteils sein. (red, derStandard.at, 20. 2. 2013)

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