Cameron besucht überraschend Ort von Massaker in Indien

20. Februar 2013, 12:14
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Premier erinnert an die Opfer britischer Kolonialherrschaft

Neu-Delhi - Der britische Premierminister David Cameron hat als erster amtierender Regierungschef den Ort eines Massakers aus der Zeit der britischen Kolonialherrschaft in Indien besucht. Zum Abschluss einer dreitägigen Indienreise suchte Cameron am Mittwoch überraschend den Ort Amritsar im Nordwesten Indiens auf, wo britische Truppen 1919 das Feuer auf tausende unbewaffnete Demonstranten eröffnet hatten. An der Gedenkstätte für die Opfer legte Cameron einen Kranz nieder. Zwar entschuldigte er sich nicht öffentlich für das Massaker, hinterließ aber eine Nachricht im Besucherbuch.

"Niemals vergessen"

"Dies war ein zutiefst beschämendes Ereignis in der britischen Geschichte", schrieb der britische Premier. "Wir dürfen niemals vergessen, was hier geschah." Es müsse gewährleistet werden, dass Großbritannien für das Recht auf friedliche Proteste weltweit eintrete, schrieb Cameron bei seinem Besuch an dem Ort, an dem laut Aufzeichnungen aus der Kolonialzeit rund 400 Menschen getötet worden waren. Indischen Zahlen zufolge gab es rund tausend Todesopfer. Das Massaker hatte dazu beigetragen, die Unabhängigkeitsbewegung gegen die britische Kolonialmacht voranzutreiben.

Cameron hielt sich zu einem dreitägigen Besuch in Indien auf, der vor allem der Vertiefung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern dienen sollte. Der Besuch in Amritsar kam überraschend. Aus Delegationskreisen verlautete, dass der Besuch auch alte Wunden aufreißen oder Forderungen aus weiteren früheren Kolonien nach ähnlichen Eingeständnissen nach sich ziehen könnte. (APA, 20.2.2013)

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    Cameron bei der Kranzniederlegung in Amritsar. 

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    Der britische Premierminister David Cameron besucht bei seiner Indienreise auch den Goldenen Tempel der Sikhs im Bundesstaat Punjab.

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