Rakete schlägt in Zentrale syrischer Rebellen ein

20. Februar 2013, 16:18
135 Postings

Opposition: Zwei Dutzend Tote bei Luftangriff östlich von Damaskus - Russland und Arabische Liga sehen Chancen für Dialog

Damaskus/Moskau - In der Kommandozentrale der wichtigsten syrischen Rebellengruppe in Damaskus ist am Mittwoch eine Rakete eingeschlagen. Dabei sei der Anführer der Einheit Liwa al-Islam, Scheich Sahran Allush, verletzt worden, teilte ein Rebellensprecher mit. Der Angriff habe sich in den frühen Morgenstunden im Bezirk Douma im Norden der Hauptstadt ereignet. Vor drei Wochen haben die Rebellen eine Offensive gegen die Regierungstruppen in Damaskus begonnen.

Zum Gesundheitszustand des Kommandeurs machten die Rebellen keine Angaben. Bei dem Angriff seien weitere Kämpfer getötet oder verletzt worden. Rebellen und staatliche Medien berichteten am Mittwoch zudem übereinstimmend, dass im Zentrum der Hauptstadt ein Stadion von einem Artilleriegeschoss getroffen worden sei. Dabei sei ein Spieler einer Mannschaft aus Homs getötet worden.

Bei einem Angriff der syrischen Luftwaffe östlich von Damaskus kamen nach Angaben von Regimegegnern 24 Menschen ums Leben gekommen. Unter den Toten, die zum Teil unter den Trümmern ihrer Häuser in dem Vorort Hamouria begraben wurden, seien mehrere Kinder, berichtete die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter. Mehrere Dutzend Menschen seien verletzt worden.

Rebellen berichten von Kampfflugzeug-Abschluss

Ein Revolutionskomitee berichtete, Kämpfer der von Deserteuren gegründeten Freien Syrischen Armee (FSA) hätten in Douma nordöstlich von Damaskus ein Kampfflugzeug des Typs "Mig" abgeschossen.

Der seit fast zwei Jahren andauernde Konflikt zwischen der Regierung und Gegnern von Präsident Bashar al-Assad hat sich zu einem Bürgerkrieg ausgeweitet. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen wurden seither fast 70.000 Menschen getötet.

Russland und die Arabische Liga äußerten sich unterdessen zuversichtlich, dass es zu Verhandlungen zwischen der Regierung und den Rebellen kommen könnte. Zwar stellten beide Seiten noch Vorbedingungen, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow. Wenn es aber eine Bereitschaft zum Dialog gebe, könne man sich über die Rahmenbedingungen einigen. Lawrow traf sich am Mittwoch mit dem Chef der Arabischen Liga, Nabil al-Arabi.

Russland ist schon lange ein Verbündeter Syriens und wichtiger Waffenlieferant. Die Regierung in Moskau hat im UN-Sicherheitsrat drei UN-Resolutionen gegen Assad verhindert. (APA, 20.2.2013)

Share if you care.