Musikwissenschafter Otto Tomek gestorben

20. Februar 2013, 10:41
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Machte sich um Neue Musik verdient und war Aufsichtsrats-Vorsitzender der Universal Edition

Wien - Der langjährige Aufsichtsrats-Vorsitzende und Leiter des künstlerischen Beirates der Universal Edition Otto Tomek ist tot. Der Wiener verstarb laut Universal Edition am Montag (18.2.) im Alter von 85 Jahren. Tomek, der Musikwissenschaft in Wien studierte, begann seine Laufbahn bei der Universal Edition und blieb sein ganzes Leben lang mit ihr verbunden. Sein Wechsel zum WDR als Leiter der Abteilung Neue Musik und des Studios für elektronische Musik machte Köln zu einem Zentrum zeitgenössischer Musik.

Durch seine Tätigkeit als Programmkoordinator der Konzertserie "Musik der Zeit" sorgte er für zahlreiche Uraufführungen und arbeitete mit Künstlern wie Karlheinz Stockhausen, Pierre Boulez und Bernd Alois Zimmermann zusammen. Bereits im Jänner 1958 erkundigte sich Tomek bei David Tudor nach dem neuen Klavierkonzert von John Cage, welches bei seiner Uraufführung in New York im Mai des selben Jahres für einen handfesten Skandal sorgte, und bewies damit "visionäre Begabung", wie es in einer Aussendung heißt. Trotz des Skandals brachte er die europäische Erstaufführung im September 1958 in Köln auf die Bühne.

Seine beruflichen Errungenschaften, unter anderem die künstlerische Leitung des Neue-Musik-Festivals "Donaueschinger Musiktage", die Gründung des Experimentalstudios des SWR in Freiburg oder seine Tätigkeit als Ko-Herausgeber der "Neuen Zeitschrift für Musik", brachten ihm viel Respekt, Wertschätzung sowie Freundschaften mit einigen Komponisten ein. Ihm wurden auch zahlreiche Werke gewidmet. (APA, 20.2.2013)

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