Gehörlose fordern Unterricht in Gebärdensprache an Schulen und Unis

Ansichtssache

Ortstafel-Aktion anlässlich des Tages der Muttersprache - Jarmer: "Schulwesen für gehörlose Menschen in erschreckendem Zustand"

foto: oegs

Anlässlich des Internationalen Tages der Muttersprache am 21. Februar fordern Gehörlosenvertreter die Umsetzung des Menschenrechts auf bilingualen Unterricht. Am Dienstag trafen sich Betroffene am Wiener Minoritenplatz und machten auf ihre Forderung mit einer Ortstafel-Aktion vor dem Unterrichtsministerium aufmerksam.

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Österreichweit wurden außerdem Ortstafeln zweisprachig gestaltet, um auf die Bildungssituation gehörloser Menschen hinzuweisen.

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Die Österreichische Gebärdensprache (ÖGS) ist die Muttersprache der knapp 10.000 gehörlosen Menschen in Österreich. Dennoch wird das Menschenrecht gehörloser Menschen auf zweisprachigen Unterricht in Gebärdensprache und nationaler Lautsprache auch nach der Anerkennung der ÖGS als eigenständige Sprache und der Unterzeichnung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen missachtet, kritisieren Betroffene.

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Organisiert wurde die Ortstafel-Aktion am Montag vom "ServiceCenter ÖGS.barrierefrei" und der Österreichische Gehörlosenbund (ÖGLB). Präsidentin des Gehörlosenbundes ist Helene Jarmer, Nationalratsabgeordnete der Grünen. "Die Anerkennung der Gebärdensprache muss endlich mit Leben erfüllt werden. Besonders im Bildungsbereich gibt es dringenden Reformbedarf. Das Schulwesen für gehörlose Menschen in Österreich ist auch im Jahr 2013 noch in einem erschreckenden Zustand", sagt die Grün-Politikerin in einer Aussendung.

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"Gehörlose Kinder haben noch immer kein Recht auf Unterricht in ihrer Muttersprache. Gehörlose, schwerhörige und hörende Kinder und Jugendliche müssen gemeinsam von zwei LehrerInnen in der jeweiligen Muttersprache unterrichtet werden", fordert Jarmer.

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Die Österreichische Gebärdensprache ist seit 2005 als eigenständige Sprache in der Bundesverfassung verankert. Im Jahr 2008 ratifizierte Österreich die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen.

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Doch notwendige Verbesserungen lassen, so die Betroffenen, auch im Jahr 2013 noch auf sich warten: "Die Rechte gehörloser SchülerInnen und StudentInnen werden nicht respektiert. Die Gebärdensprache wird nach wie vor nicht als Unterrichtssprache im Schulunterrichtsgesetz anerkannt und gefördert", heißt es in einer Aussendung. (red, derStandard.at, 20.2.2013)

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