Europas Börsen uneinheitlich

20. Februar 2013, 19:44
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Die europäischen Leitbörsen sind am Mittwoch uneinheitlich aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 verbilligte sich um 0,83 Prozent auf 2.640,35 Zähler. Als Belastungsfaktor sahen Händler im Späthandel Gerüchte, wonach ein großer US-Rohstofffonds in Schwierigkeiten sei und Positionen liquidieren müsse. "Die Kapitalmärkte reagieren seit der Finanzmarktkrise auf solche Nachrichten extrem empfindlich", sagte ein Analyst.

Von konjunktureller Seite fehlten am Berichtstag die klaren Impulse. Auf Unternehmensebene rückte hingegen eine Vielzahl an Geschäftsergebnissen die entsprechenden Titel ins Blickfeld. France Telecom haben nach Zahlen 2,09 Prozent verloren. Die französische Telefongesellschaft verzeichnete im Schlussquartal wegen gesunkener Umsätze und Abschreibungen auf das Geschäft in Polen, Ägypten und Rumänien einen Gewinneinbruch. Zudem soll die Dividende beschränkt werden.

Der Stahlgigant ArcelorMittal fasst vorerst keine weiteren Verkleinerungen oder Schließungen ins Auge. Die Aktie schwächte sich um satte 4,01 Prozent auf 11,955 Euro.

Die Papiere des Rohstoffkonzerns BHP Billiton verloren in London nach Zahlen 2,35 Prozent auf 2.183,50 Pence. Barclays hat die Einstufung für die BHP-Titel auf "Overweight" mit einem Kursziel von 2.300 Pence belassen. Der britische Minenkonzern habe einen anständigen Zwischenbericht zum ersten Geschäftshalbjahr vorgelegt, schrieb Analyst Amos Fletcher. Sowohl das operative Ergebnis als auch der Gewinn je Aktie hätten ganz knapp über seinen Erwartungen gelegen. Im Fokus stehe aber vor allem der angekündigte Führungswechsel. Er glaubt, dass dieser am Markt positiv aufgenommen werden wird.

Lufthansa-Papiere unter Druck

Lufthansa gerieten nach ihrem steten Aufwärtstrend der vergangenen Monate wegen der angekündigten Streichung der Dividende unter Druck. Die Aktien der größten deutschen Fluggesellschaft verloren in Frankfurt um deutliche 6,19 Prozent. Zwar profitierte die AUA-Mutter stark von Beteiligungsverkäufen, der operative Gewinn aber sank und verfehlte die Markterwartungen. Der Vorstand setzt den Rotstift an. Neben dem Dividendenverzicht sind Standortschließungen geplant.

Die Credit Agricole ist 2012 tief in den roten Zahlen gelandet. Der Schlussstrich unter das Engagement in Griechenland, die Schuldenkrise in Europa und ein schwaches Geschäft haben dem französischen Bankhaus schwere Verluste beigebracht. Unter dem Strich stand bei der drittgrößten französischen Bank ein Minus von 6,5 Milliarden Euro. Der Rekordverlust des Spitzeninstituts der französischen Genossenschaftsbanken war erwartet worden, nachdem die Bank Anfang Februar Abschreibungen auf Firmenwerte von rund vier Milliarden Euro im vierten Quartal angekündigt hatte. Die Aktie gewann um 3,89 Prozent auf 7,608 Euro dazu.

Der verlustreiche Verkauf seiner nordamerikanischen Billigkette Motel 6 hat den größten europäischen Hotelkonzern Accor im vergangenen Jahr in die Verlustzone gedrückt. Unter dem Strich stand wegen der Kosten und Abschreibungen für vorzeitig aufgelöste Leasingverträge ein Minus von 599 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte das Unternehmen noch einen schmalen Gewinn von 27 Millionen Euro eingefahren. Accor-Papiere schlossen mit einem Abschlag von 3,60 Prozent.

Der französische Baustoffkonzern Lafarge hat im Geschäftsjahr 2012 von Preiserhöhungen, Kostensenkungen und einer starken Nachfrage in den Schwellenländern profitiert. Konzernweit stiegen die Erlöse bei einem rückläufigen Zementabsatz um 3,5 Prozent auf 15,82 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) kletterte um sieben Prozent auf 3,45 Milliarden Euro. Die Titel reagierten mit einem Aufschlag von 5,45 Prozent auf 49,265 Euro. (APA, 20.2.2013)

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