Die jungen Helfer von Schladming

20. Februar 2013, 10:25
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Viele Jugendliche halfen bei der Organisation in Schladming, dass die Ski-WM reibungslos funktionierte.

Langsam aber sicher ebbt der Trubel der letzten Tage aus Schladming ab. Die Weltmeisterschaft wird wohl für viele in Erinnerung bleiben. Und doch war es vor allem auch ein Ereignis von und für junge Ski Fans.

Schladming sollte in "jugendlicher Frische" erblühen – so lautete die Vorgabe der Veranstalter. Die 14 bis 19-Jährigen sollten als Zielgruppe mit neuen Konzepten anvisiert werden und so das angestaubte "1982er" Image überwunden werden. Vor 31 Jahren fand die Alpine Skiweltmeisterschaft ebenfalls in der Gemeinde mit den knapp 4.400 Einwohnern statt.

Für die WM wurde erstmals mit einem Jugend Organisationskomitee (OK) ein eigener Ansprechposten für Jugendliche eingerichtet. Vier "junge Wilde", alle aus dem Großraum Schladming stammend und unter 20 Jahre alt, übernahmen die Aufgabe, die junge Generation bei dem Event miteinzubinden. "Wenn du jung bist, denkst du jung und sprichst damit auch Jugendliche an", fasst die 19jährige Eva-Maria Steiner, Leiterin des Jugend OK, das Konzept zusammen.

89 Jugendliche aus 49 Nationen

Gemeinsam organisierten sie unter anderem Fragerunden mit ehemaligen Skigrößen, Trainern und Pistenchefs. Im  Rahmen eines organisierten "Youth Camp" wurden außerdem 89 Jugendliche aus 49 Nationen eingeladen, um die Skiläufer live anzufeuern: Mit dem Blick auf den steilen Planai-Hang geheftet, um jedes Hundertstel zitternd. Ebenso wurden bereits im Vorfeld über 50 Schulen besucht, um Vorfreude auf das bevorstehende Ereignis zu schüren.

Ausgewählte Schüler der örtlichen Ski-HAK durften als Vorläufer die Piste vor ihren Idolen herunterjagen. Das ekstatische Gefühl, wenn man die Zieleinfahrt mit dem 27 Tausend jubelnden Zuschauern im Stadion erreicht, sollte sie nicht zuletzt anspornen, auch selber einmal in den Höhen des heimischen, vielleicht gar internationalen Skisports mitzumischen.

Schüler im rot-weiß-roten Trendkostüm

Klar war für die Jugendlichen aus Schladming und Umgebung, dass  Zuhause bleiben nicht gilt, wenn vor der Haustür die Ski-Elite um die Medaillen kämpft. So traf man in den sonst eher beschaulich ruhigen Schladminger Gassen etliche Schüler im rot-weiß-roten Trendkostüm. Für einen Ort, in dem man Skifahren "eh automatisch kann" und die Zahl der Nichtpistenflitzer an einer Hand abzählbar ist, dürfte die Euphorie wohl selbstverständlich gewesen sein. 

"Man macht hier Erfahrungen, die einem keiner mehr nehmen kann", bekundete eine der unzähligen jugendlichen Freiwilligen, die mit ihrem Einsatz einen erheblichen Beitrag zum Funktionieren der Weltmeisterschaft möglich gemacht haben: Sie rutschten die Pisten zurecht, arbeiteten als Hostessen und halfen bei der Akkreditierung von Journalisten und VIPs. Die meisten von ihnen strahlten sichtlich vor Freude, bei diesem einmaligen Erlebnis noch ein Stückchen näher dabei sein zu dürfen als das restliche Publikum.

Der Österreichische Skiverband hofft natürlich, dass die Begeisterung der Jugendlichen für den Wintersport auch nach dem Großevent weiter anhält, das Publikum in Schladming auch in der nächsten Wintersaison jung bleibt – und aus "Hopsi", dem WM Maskottchen, kein alter Hase wird. (Caroline Kulmhofer, derStandard.at, 20.2.2013)

  • Das vierköpfige Jugend Organisationskomitee diente als Ansprechperson für Jugendliche Ski-Fans. Gemeinsam organisierten sie auch Fragerunden mit Skifahrern und -trainern.
    foto: schuelerstandard

    Das vierköpfige Jugend Organisationskomitee diente als Ansprechperson für Jugendliche Ski-Fans. Gemeinsam organisierten sie auch Fragerunden mit Skifahrern und -trainern.

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