Masken: Wirkstoff in Hochdosis

26. Februar 2013, 16:51
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Trockene Heizungsluft, zu lange Winter, und die Sonne ist wohl noch ziemlich weit. Daraus resultierende Hautdefizite lassen sich gut mit Masken ausgleichen

Die Welt in Grau schwemmt derzeit sämtliche Defizite an die Oberfläche und jetzt, wo Fasching und Semesterferien vorbei sind, liegt der Endorphin-Haushalt vielerorts vollends brach. "Oh, du schaust müde aus!" Diesen Satz hört niemand gerne, aber doch sehr oft dieser Tage. Hilfreich sind diese Worte nicht, irgendwie sogar eine Frechheit, und keinesfalls sollte man sich seiner Aussagekraft machtlos ergeben. Ein Vorschlag: sich einen Schutzschild gegen solche Anfechtungen zurechtlegen - eine dicke Haut sozusagen.

Masken jedenfalls können Fahlheit vertreiben und ein kleines Strahlen ins Gesicht bringen. "Der Unterschied zu normalen Pflegeprodukten wie Cremen ist, dass die Wirkstoffe in Masken in höherer Konzentration enthalten sind", bringt die Wiener Hautärztin Julia Lämmerhirt die Wirkung auf den Punkt. "Kleinmolekulare Wirkstoffe ziehen besser ein, auch weil die Maske okklusiv wirkt", ergänzt die plastische Chirurgin Shirin Milani und meint, dass eine Schicht Maske im Gesicht luftdicht abschließt und die Haut aufquellen lässt. Das ist deshalb gut, weil damit die Wirkstoffe besser eindringen können. Durchfeuchtend, straffend, zellstoffwechselanregend oder entgiftend: Im Medspa bei Milani gibt es für alles eine maskentechnische Lösung.

Rein von der Anwendung unterscheidet die Dermatologin Lämmerhirt drei Gruppen. Wirkstoffgetränkte Vliesmasken zum Auflegen, Crememasken, die einziehen ("nur das, was übrig bleibt, mit einem Tuch abtupfen", rät Lämmerhirt), und solche, die trocknen und fest werden und dann mit Wasser weggewaschen werden. Letztere enthalten oft Heilerde und sind gut gegen Entzündungen, Pickel also.

Neu: Über-Nacht-Masken

Brandneu sind sogenannte Übernacht-Masken, die beim Schlafen auf der Haut bleiben. "Schön über Nacht" ist also der fromme Wunsch dahinter, für das Kopfpolster ist es vielleicht weniger spaßig. "Die Haut nimmt bei Crememasken immer nur das auf, was sie braucht, der Rest wird weggewischt", so Lämmerhirt ganz allgemein. Crememasken seien darüber hinaus nämlich eine Art Indikator für den Zustand der Haut. Wenn immer alles einzieht, dann solle man generell seine aktuell verwendeten Cremen überdenken. "Ein gut gesättigtes Hautgefühl sollte das Ergebnis einer Maske sein", bringt es Milani auf den Punkt und empfiehlt Masken alle zwei bis drei Wochen.

Der Beiersdorf-Konzern liefert für seine Nivea-Masken gleich auch Tipps für die Heimanwendung mit. Die Poren mit einem feucht-warmen Handtuch auf die Hochdosis vorbereiten. Masken mit Pinseln auftragen. Und Pads auf die Augen legen - weil all das entspannt und das Grau der Welt kurz verschwinden lässt. (Karin Pollack, Rondo, DER STANDARD, 22.2.2013)

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