Multiversum: Opposition fürchtet Bankrott Schwechats

19. Februar 2013, 19:41
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VP, FP und Grüne zogen aus Gemeinderat aus, als Bürgermeister Antrag für Weiterfinanzierung vorlegte

Schwechat/Wien - Bürgermeister Hannes Fazekas (SP) hält das Multiversum für besonders wichtig für Schwechat, VP und Grüne schreiben dem vor rund zwei Jahren eröffneten Sport- und Eventzentrum in Wien-Nähe ebenfalls besondere Bedeutung zu: Sie fürchten, dass es die Stadt in den finanziellen Ruin treibt.

In der Gemeinderatssitzung Montagabend hatte Fazekas - "kurzfristig", wie politische Gegner monieren - einen Dringlichkeitsantrag eingebracht, um Zuschüsse für das Multiversum zu beschließen. Die Oppositionsparteien VP, FP und Grüne zogen dann aber geschlossen aus der Sitzung aus. Fazekas meinte nachher, ein solches Vorgehen gefährde die Stadt.

2,4 Millionen Euro seien nötig, um das Fortbestehen bis 2014 zu sichern, erklärte er. Die politischen Gegner halten dagegen, es gehe um viel höhere Summen, da drei Szenarien möglich seien: Die Beibehaltung des Status quo, die Umschuldung oder der Konkurs, bei dem die Auszahlung der Haftungen schlagend würde.

Gemeinderat Peter Pinka zufolge wollen die Grünen "alles tun, um einen Beschluss dieses Antrags zu verhindern". VP-Obmann Ernst Viehberger sagt, im Falle einer Umschuldung der Multiversum Betriebs GmbH würden sich die Schulden der Stadt - die derzeit bei rund 50 Millionen Euro liegen - verdoppeln. Dann gehe es nicht mehr um den Konkurs des Multiversums, sondern um jenen der Stadt. Ein weiterer Kritikpunkt der Opposition ist, dass es zu wenige Informationen gebe - zum Beispiel würden ihr die Ergebnisse einer externen Wirtschaftsprüfung vorenthalten, die vergangene Woche abgeschlossen wurde (im Gegensatz zur Rechnungshofprüfung, die noch läuft).

Suche nach "Plan B"

Martin Sörös, Geschäftsführer der Werner Schlager Acadamy (WSA), die 33 Prozent am Multiversum hält, drängt auf schnelles Handeln. Komme das Geld nicht von der Gemeinde, brauche es einen Plan B. "Dazu werden auch Gespräche mit Land und Bund geführt und ein internationaler Investor gesucht", sagte Sörös. (Gudrun Springer, DER STANDARD, 20.2.2013)

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