Trenkwalder weist Vorwürfe in Causa Amazon zurück

19. Februar 2013, 18:47
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Die Leiharbeitsfirma ist sich keiner Schuld bewusst

Nach tagelangem Schweigen hat sich die österreichische Leiharbeitsfirma Trenkwalder erstmals zur Causa Amazon zu Wort gemeldet und die Vorwürfe gegen sie zurückgewiesen. Der Internet-Versandhändler Amazon war nach einer ARD-Dokumentation über katastrophale Arbeitsbedingungen von Amazon-Leiharbeitern ins Kreuzfeuer der Kritik geraten.

Trenkwalder erklärte nun, man habe mit 1.000 Leiharbeitern nur "einen kleineren Teil" der zusätzlichen Arbeitskräfte für das Amazon-Weihnachtsgeschäft gestellt. Amazon hatte im November von 10.000 zusätzlichen Aushilfskräften gesprochen.

Angeworben

Von den rund 1.000 Trenkwalder-Leiharbeitern seien von der deutschen Bundesagentur für Arbeit (BA) rund 60 Personen aus Spanien und Schweden in ihren jeweiligen Heimatländern angeworben worden und dann von Trenkwalder als Leihkräfte an Amazon vermittelt worden. "Daraus ergab sich für diese Mitarbeiter kein Nettolohn-Nachteil. Alle durch Trenkwalder an die Firma Amazon überlassenen Mitarbeiter erhielten mindestens den gültigen Tariflohn", argumentiert der Konzern.

Amazon trennte sich am Montag von der umstrittenen Sicherheitsfirma H.E.S.S., die unter anderem Wohnanlagen für Saisonkräfte in den deutschen Logistikzentren des Konzerns überwachte. Am Dienstag kündigte Amazon die Zusammenarbeit mit einer weiteren Firma, die unter anderem für die Unterbringung der in der Weihnachtszeit eingesetzten Zeitarbeiter verantwortlich war.

Keine Verbindung zu Trenkwalder

"Die Leistungen für Unterkunft, Verpflegung, Transport und Sicherheit wurden von der Firma Amazon direkt an andere Dienstleister vergeben. Diese Dienstleister haben keine geschäftlichen Verbindungen zu Trenkwalder", so das Unternehmen mit Sitz in Niederösterreich.

Das deutsche Arbeitsministerium hatte am vergangenen Donnerstag eine Sonderprüfung der Deutschland-Tochter von Trenkwalder eingeleitet. Die Sonderprüfung habe am 18. Februar stattgefunden, bestätigte die Leiharbeitsfirma. "Die Prüfung der Bundesagentur für Arbeit hat die öffentlich vorgebrachten Anschuldigungen nicht bestätigt", so Trenkwalder in seinem Statement.

Das deutsche Arbeitsministerium widerspricht dieser Aussage. Der Bericht der Bundesagentur für Arbeit liege noch gar nicht vor, sondern die Auswertung der Prüfung werde erst im Laufe der Woche vorliegen, sagte eine Sprecherin des deutschen Ministeriums für Arbeit auf Anfrage. (APA, 19.2.2013)

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