Wüstenhäuser und Karotten

19. Februar 2013, 18:38
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Wie das Leben nachhaltiger wird: Die World Sustainable Energy Days 2013 in Wels

Eine Hütte im Sand ist vielleicht fortschrittlicher, als man denkt: Wüstenbehausungen können als Vorbilder für energieeffizientes Bauen dienen, meint Marwa Dabaieh. Die Wissenschafterin, die in Kairo studiert hat und im schwedischen Lund promoviert, ist eine von rund 800 Forschern, Entwicklern und Experten, die sich vom 27. Februar bis zum 1. März in Wels aufhalten: Im Rahmen der "World Sustainable Energy Days 2013" werden Lösungen im Bereich der nachhaltigen Energiegewinnung und -nutzung besprochen.

Die Tagung unterteilt sich in fünf Konferenzen, die von zwei Fachexkursionen und einer Energiesparmesse begleitet werden, auf der mehr als 1600 Aussteller ihre Projekte aus den Bereichen Energieeffizienz und erneuerbare Energien präsentieren werden. Den Anfang macht die Europäische Pelletskonferenz. Sie ist die weltweit größte Tagung, die sich mit Entwicklungen und Trends im Hinblick auf die Nutzung des nachhaltigen Brennstoffs in Form der Pellets auseinandersetzt.

Ein weiteres Kongressthema in Wels wird die Frage sein, wie der Energieverbrauch in Gebäuden gesenkt wird und welche konkreten Lösungen man dazu bei Neubauten und Sanierungen einsetzen kann. Heuer werden auch erstmals die aktuellen Fortschritte auf dem Feld der LED-Beleuchtung diskutiert.

Das Beste aus 100 Einreichungen

Neue Impulse in diesen Bereichen erhofft man sich auch vom Forschernachwuchs. Dem wird mit der Konferenz unter dem Namen "WSEDnext" ein eigenes Forum geboten. Hier werden junge Wissenschafter - Doktoranden und höhersemestrige Studierende - aus Forschung und Wirtschaft ihre Arbeiten zu den diesjährigen Tagungsthemen "Biomasse" und "Energieeffizienz in Gebäuden" vorstellen. Ein 40-köpfiges Expertengremium hat aus über 100 Einreichungen die ihrer Meinung nach besten Projekte ausgewählt, die dann im Mittelpunkt des zweitägigen Nachwuchskongresses stehen werden.

Tomás Klubal und Roman Brzon von der Technischen Universität in Brünn wollen zum Beispiel vermitteln, inwieweit sich Phasenwechselmaterialien für die Klimatisierung von Gebäuden nutzen lassen. Es werden aber nicht nur technische Ideen vorgestellt: Unter dem Titel "Die Karotte vor der Nase besteuern" wird Darryl Croft von der ökologisch orientierten Unternehmensberatung Abelscroft Energy Intelligence ausführen, wie sich die Steuergesetzgebung nutzen lässt, um energieeffiziente Entwicklungen zu fördern. (lau, DER STANDARD, 20.01.2013)

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