Pro Begrenzung von Banker-Boni

Kommentar19. Februar 2013, 18:16
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Schranke für den Wahnwitz

Bonuszahlungen waren zwar nicht Auslöser der Krise. Aber erfolgsabhängige Gagen im Finanzsektor haben ein Umfeld geschaffen, in dem es sich lohnte, wahnwitzige Risiken einzugehen: Zu diesem übereinstimmenden Ergebnis gelangten Untersuchungen der US-Regierung und der EU-Kommission über die Ursachen der Finanzkrise. Demnach waren für die Pleite von Lehman Brothers und die Fast-Pleite des Versicherers AIG Managementfehler mitverantwortlich, die durch das üppige Bonussystem an der Wall Street "gefördert" wurden.

Trotz dieser Erkenntnisse hat sich am Bonussystem weder in Europa noch in den USA etwas geändert. Wenn die EU nun einschreitet, um die Zahlungen zu begrenzen, könnte sie damit das verkehrte Anreizsystem zurechtbiegen, das Risiken belohnt und Nachhaltigkeit bestraft. Zwar ist es grundsätzlich Sache der Unternehmenseigentümer, zu entscheiden, wie Manager entlohnt werden. Doch die Bankenhilfen haben hunderte Milliarden Euro gekostet. Wenn schon jede Bank für systemrelevant erklärt wird, muss die Politik das Recht haben, das System stabiler zu machen.

Zudem wären Bonusgrenzen auch ein politisch kluger Schachzug: Die Wut auf die Banker in Europa ist enorm, was angesichts der Sparprogramme verständlich ist. Doch Europa braucht Banken, denen die Bürger vertrauen, ansonsten kollabiert das Finanzsystem. Die irrwitzigen Boni abzuschaffen wäre ein erster Schritt für eine Aussöhnung. (András Szigetvari, DER STANDARD, 20.2.2013)

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