Webervögel kolonisieren und verhüllen Telefonmasten

  • Vogelkolonie mit Telefonanschluss: Siedelweber gehen mit der Zeit.
    foto: reuters/juda ngwenya

    Vogelkolonie mit Telefonanschluss: Siedelweber gehen mit der Zeit.

Wie ein Projekt von Christo: Ein Fotograf zeigt die spektakulärsten Nestbauten von afrikanischen Siedelwebern

Die entfernt mit dem heimischen Spatzen verwandten Webervögel sind für ihre ausgefeilten Nestkonstruktionen bekannt. Insbesondere der im Süden Afrikas beheimatete Siedelweber (Philetairus socius) beeindruckt: Die etwa 14 Zentimeter großen Vögel brüten in Kolonien mit teilweise hunderten Bewohnern - und nicht alle davon sind Siedelweber. Die einzelnen aus Gras angefertigten Nester fügen sich zu einem Gebilde zusammen, das mehrere Meter groß werden kann und auch anderen Vogelspezies Unterschlupf bietet.

Ursprünglich bauten die Vögel ihre Nester auf Bäumen, bevorzugt solchen mit glatter Rinde. Irgendwann machten sie jedoch die Entdeckung, dass Telefonmasten den Zweck mindestens ebenso gut erfüllen. Seitdem sind in den südafrikanischen Staaten mancherorts Konstruktionen zu bewundern, die wie ein Verhüllungsprojekt von Christo wirken.

Der Landschaftsfotograf Dillon Marsh hat eine spektakuläre Fotoserie zu Siedelweber-Kolonien gemacht, die im Blog "Colossal" aufgegriffen wurde:

--> Colossal: "Massive Bird Nests Built on Telephone Poles in Southern Africa are Home to Multiple Species of Birds"

Auf Marshs eigener Website finden Sie noch mehr Aufnahmen und dazu nicht minder verblüffende Fotoserien zu anderen Themen. Etwa als Bäume getarnte Handymasten ("Invasive Species") oder riesenhafte Versionen von Alltagsgegenständen, die als Freiluftskulpturen fungieren ("Giants Among Men").

--> Dillon Marsh Photography: "Assimilation"

(red, derStandard.at, 23. 2. 2013)

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