Webervögel kolonisieren und verhüllen Telefonmasten

23. Februar 2013, 15:48
  • Vogelkolonie mit Telefonanschluss: Siedelweber gehen mit der Zeit.
    foto: reuters/juda ngwenya

    Vogelkolonie mit Telefonanschluss: Siedelweber gehen mit der Zeit.

Wie ein Projekt von Christo: Ein Fotograf zeigt die spektakulärsten Nestbauten von afrikanischen Siedelwebern

Die entfernt mit dem heimischen Spatzen verwandten Webervögel sind für ihre ausgefeilten Nestkonstruktionen bekannt. Insbesondere der im Süden Afrikas beheimatete Siedelweber (Philetairus socius) beeindruckt: Die etwa 14 Zentimeter großen Vögel brüten in Kolonien mit teilweise hunderten Bewohnern - und nicht alle davon sind Siedelweber. Die einzelnen aus Gras angefertigten Nester fügen sich zu einem Gebilde zusammen, das mehrere Meter groß werden kann und auch anderen Vogelspezies Unterschlupf bietet.

Ursprünglich bauten die Vögel ihre Nester auf Bäumen, bevorzugt solchen mit glatter Rinde. Irgendwann machten sie jedoch die Entdeckung, dass Telefonmasten den Zweck mindestens ebenso gut erfüllen. Seitdem sind in den südafrikanischen Staaten mancherorts Konstruktionen zu bewundern, die wie ein Verhüllungsprojekt von Christo wirken.

Der Landschaftsfotograf Dillon Marsh hat eine spektakuläre Fotoserie zu Siedelweber-Kolonien gemacht, die im Blog "Colossal" aufgegriffen wurde:

--> Colossal: "Massive Bird Nests Built on Telephone Poles in Southern Africa are Home to Multiple Species of Birds"

Auf Marshs eigener Website finden Sie noch mehr Aufnahmen und dazu nicht minder verblüffende Fotoserien zu anderen Themen. Etwa als Bäume getarnte Handymasten ("Invasive Species") oder riesenhafte Versionen von Alltagsgegenständen, die als Freiluftskulpturen fungieren ("Giants Among Men").

--> Dillon Marsh Photography: "Assimilation"

(red, derStandard.at, 23. 2. 2013)

Share if you care
15 Postings
sozialer Wohnbau

Sind die monogam oder sind das große Swingerclubs ? Dann wäre der Bau-Eifer ja verständlich :)

Absolut genial, die Tiere!

Also Konstruktionstechnisch sollten die Dinger genauer untersucht werden...

da halten einige Kilogramm mit Spucke und Liebe und das anscheinend relativ gut!

Weil da keine Korruption herrscht...

Baumaterial verschwindet nicht und wird nicht durch billigeres und schlechteres ersetzt.

Boah

Cool, haben die dann auch Internet?
Brauchen nicht extra zahlen für Anschluss legen.

Na klar, die haben Twitter erfunden ;-)

Wie befestigen die Vögel die Grashalme?

Vorallem da ja die Oberfläche der Bäume und Telefonmasten glatt ist. Dem Aussehen nach muss so ein Nest ja doch einiges wiegen.

Die nester werden auch gross

Manchmal so gross dass die Äste der Bäume abbrechen und das Nest damit herunterfällt.
Die Vögel sind gute Maurer aber schlechte Statiker.

Die halten mit einem "UHU" ;-)

ich könnte mir vorstellen, dass die ersten halme mit speichel oder so festgekelebt werden

zumindest manche schwalben machen das so bez. bauen zum teil das ganze nest damit auf - das ist dann das zeug, aus dem man schwalbennestersuppe macht

ist jetzt aber nur eine vermutung, kann mich auch täuschen

Na bitte

Da soll noch jemand sagen, Handystrahlung ist ungesund. Pah!

Das sind aber Masten für Festnetztelefonie.
Vielleicht gibt es solche Nester auch auf Handyumsetzern ...

Folgen Sie einfach dem zweiten Link im Artikel, dort sind Hendimasten...

Wo genau?

Sie meinen den?
http://dillonmarsh.com/assimilation.html
Sorry, aber ich sehe keinen einzigen. Ist aber auch nicht wirklich wichtig ;-)

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.