Pensionsfonds und Banken investieren in Energie

19. Februar 2013, 17:02
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Im Vorjahr haben institutionelle Investoren ihren Anteil an allen Mergers & Acquisitions in dem Bereich verdoppelt, zeigt eine Studie.

Wien - Früher war es fast ausschließliche Domäne der Energieunternehmen - Kaufen, Verkaufen oder Fusionieren von Firmen aus dem Strom- und Gasbereich. Das hat sich radikal geändert, wie eine dem Standard vorliegende Studie des Beratungsunternehmens PricewaterhouseCoopers (PwC) zeigt.

Zwar sind Unternehmen mit einem Volumen von 97 Mrd. Dollar nach wie vor tonangebend bei Übernahmen, Fusionen und Beteiligungen. Fondsgesellschaften, Pensionsfonds, Staatsfonds und Banken haben im Vorjahr aber bereits 44 Mrd. Dollar in Mergers & Acquisitions (M&A) investiert. Das entsprach einer Verdoppelung ihres Anteils auf 29 Prozent.

"Das Interesse institutioneller Investoren dürfte sich heuer verstärken" , schätzt Michael Sponring, Leiter des Bereichs Energiewirtschaft bei PwC Österreich, im Standard-Gespräch. "Interessante Renditen und Assets machen die Energiebranche sehr interessant."

Weltweit hat sich die Zahl der einschlägigen Mergers 2012 zwar um 15 Prozent verringert - der Gesamtwert der 1014 Transaktionen gab um 27 Prozent auf 154 Mrd. Dollar nach -, Sponring spricht aber von einer "Normalisierung" nach dem Ausreißer 2011. Die Reaktorkatastrophe von Fukushima im März 2011 hatte besonders viele Deals zur Folge, speziell im Bereich Erneuerbare.

Ruf auf Energie-Projekte

Den Run auf Projekte im Bereich Wind- und Sonnenenergie sieht Sponring auch in Österreich ungebrochen. Weil die Unternehmen Windparks zum Großteil aus Eigeninitiative selbst entwickelten und anschließend betreiben würden, komme es hierzulande zu vergleichsweise wenig Transaktionen.

Auch sei das Volumen der Deals mit fünf bis 100 Millionen Euro niedrig und für institutionelle Investoren kaum interessant. Sponring: "In Deutschland und Großbritannien sind die Transaktionen meist um den Faktor zehn größer."

Interessant für Institutionelle könnte es werden, sollten die 130 Netzgesellschaften in Österreich irgendwann zu einer einzigen zusammengespannt werden. Das sei aber derzeit nicht absehbar.

Das Kaufinteresse der Unternehmen verschiebt sich zunehmend von den entwickelten Märkten zu den Schwellenländern. So hat etwa GDF Suez ihr internationales Portfolio 2012 durch Deals im Wert von 11,1 Mrd. Dollar erweitert. Eon hat sich mit 466 Mio. Dollar bei MPX Energia (Brasilien) eingekauft und zu 50 Prozent bei der türkischen Enerjisa (Transaktionswert: 1,5 Mrd. Euro). Verkäufer beim letzten Deal: Verbund. (Günther Strobl, DER STANDARD, 20.2.2013)

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