Niederösterreich-Wahl: Was die Landeslisten über die Parteien sagen

25. Februar 2013, 13:36
262 Postings

derStandard.at hat die wahlwerbenden Parteien in vier Kategorien verglichen

Maurice Androsch wurde 1970 geboren. Er trägt ein "Ing." vor seinem Namen und ist Polizeibeamter. Er kandidiert auf Platz 24 der SPÖ-Landeswahlliste für die Wahl in Niederösterreich Anfang März. Peter Schaffer Wöhrer kandidiert für das Team Stronach auf Platz 15. Er ist Jurist, MMMag. Dr., und wurde 1982 geboren. Über die Personen selbst sagen diese Formalia zwar nicht viel aus, über die Parteien hingegen sehr wohl.

Die Landeslisten der Parteien kann man als PDF-Datei von der Website des Landes Niederösterreich herunterladen. Viel Spaß damit!

1. Männer und Frauenquote

Die einzige Partei, bei der mehr Frauen (18) als Männer (17) auf der Liste stehen, sind die Grünen. Bei der ÖVP ist es umgekehrt, 18 Männer und 17 Frauen. Auf den anderen Listen stellen Männer die überwiegende Mehrheit. Besonders eklatant ist das Mann-Frau-Gefälle bei der KPÖ (79 Prozent), dem Team Stronach (84 Prozent) und der FPÖ (86 Prozent). Die Piraten? Sieben Kandidaten, aber keine einzige Frau. Listenübergreifend sind 72 Prozent aller Kandidaten Männer.

2. Wer in Staatsdiensten steht

Zu jedem Kandidaten findet sich auch ein Feld mit der Berufsbezeichnung. Bei Erwin Pröll steht da zum Beispiel "Landshauptmann". Bei Sigi Maron, der für die KPÖ auf Platz fünf antritt, "Liedermacher". Oft steht da aber auch "Beamter". Wir haben die Berufe der Kandidaten unter die Lupe genommen und ausgewertet, wie viele davon vom Steuerzahler bezahlt werden. Das inkludiert den Landeshauptmann genauso wie einfache Abgeordnete, Bürgermeister, Landesgeschäftsführer, aber auch Beamte, ÖBB-Angestellte, Lehrer und Polizisten.

Diese Wertung führt die SPÖ an: Mehr als 65 Prozent der Kandidaten werden vom Steuerzahler bezahlt. Die ÖVP bleibt knapp über 50 Prozent, die FPÖ knapp darunter. Die Grünen kommen noch immer auf knapp 30 Prozent. Mutbürger und Christen kommen auf einen Wert von rund acht Prozent, die KPÖ gar nur auf drei. Alle sieben Piraten sind in der Privatwirtschaft tätig. Auffallend: Im Team Stronach (knapp 13 Prozent) geben Kandidaten oft "Selbstständig" oder "Unternehmer" an, der Namensgeber selbst hingegen nicht: Frank Stronach läuft unter "Werkzeugmacher".

Disclaimer: Es wurden nur jene gezählt, bei denen die Nähe zum Staat offensichtlich war. Ein "Jurist" könnte natürlich genauso gut für einen Rechtsanwalt wie für eine staatliche Organisation arbeiten.

3. Die Altersstruktur

Das geringste mittlere Alter haben die Piraten: Der mittlere Kandidat ist 41 Jahre alt. Auf Rang zwei kommen die Mutbürger (44). ÖVP, Grüne, Christen, die FPÖ, das Team Stronach und die SPÖ liegen alle innerhalb von drei Jahren (48 bis 51). Abgeschlagen ist nur die KPÖ. Das mittlere Alter der Liste beträgt dort 55 Jahre.

Warum das mittlere Alter und nicht den Altersdurchschnitt? Das mittlere Alter sagt mehr über die Struktur der Liste aus als das Durchschnittsalter. Der Durchschnittswert kann von Ausreißern stark beeinflusst werden. Der Mittelwert hingegen teilt eine Gruppe von Werten in zwei gleiche Hälften.

4. Die Akademiker-Quote

Am meisten Akademiker finden sich in den Reihen der ÖVP. 54 Prozent der Kandidaten haben einen akademischen Titel. Bei den Grünen sind es 40 Prozent. Die Christen und das Team Stronach erreichen einen Wert von rund 30 Prozent. KPÖ, SPÖ und FPÖ liegen bei rund 15 Prozent. Keiner der sieben Piraten hat einen akademischen Titel. (Florian Gossy, derStandard.at, 25.2.2013)

Share if you care.