Zwölf Banker in Österreich mit Millionen-Gage

19. Februar 2013, 15:55
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Strengere Vorgaben in Kraft

Wien - Anders als Finanzplätze wie London, Zürich oder Frankfurt zählt Österreich nicht sehr viele Gagenmillionäre unter seinen Bankern: Nach einer Untersuchung der Finanzmarktaufsicht bezogen zwölf Bankchefs in Österreich im Jahr 2011 mehr als 1 Million Euro - Fixgehalt samt Bonus. Dazu kamen noch zwei Manager in Osttöchtern.

In Österreich gelten wie in Europa seit 2012 strengere Vorgaben für die zusätzlich zum Fixgehalt ausgezahlten Banker-Einkommen. Sie greifen für Bezüge auf Basis der Bilanzen von 2012.

Zusatzzahlungen an Banker dürfen nicht mehr sofort ausbezahlt werden. Macht der variable Teil mehr als 100 Prozent des Fixbezugs aus, müssen 60 Prozent des Bonus auf fünf Jahre gestaffelt ausgezahlt werden. Dann auch nur, wenn sich die Bank das zu dem Zeitpunkt auch leisten kann. Fällt ein schlechtes Jahr dazwischen, verfällt der anteilige Bonus für dieses schlechte Jahr ersatzlos. Wer als Bonus Aktien bekommt, muss diese Aktien mindestens drei Jahre halten. Für kleine Banken gibt es weniger strenge Regeln.

Wie viel Bonus gezahlt wird, setzt das Kreditinstitut fest. Dafür müssen die Banken künftig einen eigenen Vergütungsausschuss als Teil des Aufsichtsrates haben. Die Aufsicht kann Zuwiderhandeln sanktionieren, will sich aber in die Motive für Boni nicht weiter einmischen.

Einen näheren Einblick zur Vergütungspolitik heimischer Banken gab es 2012, als die FMA 26 heimische Banken (mitsamt Ost-Aktivitäten) dafür unter die Lupe nahm. In diesen 26 Banken wurden 2011 rund 6 Mrd. Euro an Vergütungen ausbezahlt. Bloß 10 Prozent davon - rund 590 Mio. Euro - waren variable Vergütungen (Boni).

Freilich gab es vor der Finanzkrise immer wieder Ausreißer: Sollten spektakuläre Zukäufe belohnt oder Abwerbungen vermieden werden - wie bei Erste-Chef Andreas Treichl - oder wurden mehrjährige Optionsprogramme fällig, lagen die Zusatzzahlungen zeitweise in durchaus satter Millionenhöhe. Für Schlagzeilen sorgte immer wieder mal Julius Meinl mit seinen Millionengagen aus seiner Meinl Bank.

Für die Vergütungs-Studie über 2011 hat die Aufsicht neben Bank-Führungspersonen auch 2.282 weitere maßgebliche Mitarbeiter in Aktienhandel, Kreditvergabe, Treasury etc. erfasst. Diese 2.282 Mitarbeiter im Risikobereich wurden im Berichtsjahr mit zusammen 280 Mio. Euro vergütet, davon 30 Prozent variabel. Das hieß für sie im Schnitt 37.000 Euro Bonus. (APA, 19.2.2013)

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