Körperliche Aktivität führt zu weniger Herzerkrankungen

19. Februar 2013, 16:11
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Neue Daten unterstreichen eindrucksvoll den Zusammenhang zwischen Gesundheit und Bewegung bei älteren Menschen

Dass körperliche Aktivität das Risiko für das Auftreten von Herzerkrankungen und die Sterblichkeit vermindern kann, ist schon lange bekannt. Die genauen Ursachen dafür lagen aber bislang im Dunkeln.

Jetzt belegt die Studie einer Ulmer Forschergruppe um Dietrich Rothenbacher, Direktor des Instituts für Epidemiologie und Medizinische Biometrie der Universität Ulm, seinen Institutskollegen Richard Peter und Thorsten Nikolaus sowie den Kardiologen Professor Wolfgang eindrucksvoll: Es gibt zumindest einen direkten Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und Herz- und Nierenfunktion.

Aktiver Menschen, günstige Werte

Fazit der Arbeit, die dieser Tage im "Journal of Epidemiology and Community Health" veröffentlicht worden ist: Jeder Schritt zählt. Den beteiligten Wissenschaftlern zufolge wurden für die Studie 1.253 ältere Menschen untersucht, 57 Prozent davon waren männlich, sieben Prozent Raucher.

"Basis waren einwöchige Bewegungsmessungen, die sehr genaue Rückschlüsse auf die tägliche Gehdauer zugelassen haben", berichtet Rothenbacher. Anschließend seien dann in den einzelnen Blutproben Entzündungsparameter, Nierenfunktionswerte und Marker für die Funktion des Herzens bestimmt worden.

"Die Ergebnisse zeigen klar, dass aktivere Menschen günstigere Werte bei den weißen Blutkörperchen, dem C-reaktiven Protein, einem Entzündungsmarker, dem Kreatinin und dem Cystatin C, beides Marker für die Nierenfunktion, haben", sagt Koenig. Gleiches gelte für das Troponin T, einem Marker für Herzmuskelschäden, und das NT-proBNP, einen Marker der Pumpfunktionsleistung des Herzens. "Insgesamt waren alle untersuchten Blutwerte bei höherer körperlicher Aktivität niedriger und damit besser", so der Kardiologe.

Nachuntersuchung läuft

Bemerkenswert ist auch, dass die Ergebnisse unter Berücksichtigung weiterer Einflussfaktoren wie Alter und Begleiterkrankungen überraschend deutlich waren. "Diese Daten unterstreichen eindrucksvoll den Zusammenhang zwischen Gesundheit und Bewegung bei Älteren", erklärt der Ulmer Mediziner.

Inzwischen ist eine Nachuntersuchung der Studienteilnehmer angelaufen, in deren Zusammenhang neben Befragungen zu Erkrankungen und Medikation wieder objektive Aktivitätsmessungen mit einem Sensor erfolgen, zudem kardiologische Untersuchungen in Kooperation mit Jürgen Steinacker von der Sektion Sport- und Rehabilitationsmedizin des Universitätsklinikums.

"Nur auf diese Weise lassen sich weitere Erkenntnisse gewinnen über Auswirkungen veränderter körperlicher Aktivität über die Zeit auf die Gesundheit, insbesondere auf Stürze und Sturzfolgen sowie die Teilhabe am alltäglichen Leben", unterstreicht Thorsten Nikolaus. Bisher sind dabei nach Angaben der Studienleitung mehr als 400 Teilnehmer untersucht worden. (red, derStandard.at, 19.2.2013)

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    Aktivere Menschen haben günstigere Werte bei den weißen Blutkörperchen, dem C-reaktiven Protein, einem Entzündungsmarker, dem Kreatinin und dem Cystatin C - beides Marker für die Nierenfunktion.

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