Lebensgemeinschaften im antarktischen Meer sind dynamischer als gedacht

19. Februar 2013, 19:42
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Forscher erfassten Meereslebewesen in den Gewässern des Südpols: Studie zeigt Entdeckungen der vergangenen 60 Jahre

Bremerhaven - Von zartgefärbten Korallen bis zur variantenreichen Krebstier-Fauna: Wie vielfältig die Lebensgemeinschaften auf dem Meeresboden der Antarktis sein können, haben Forscher seit 1956 bei rund 90 Expeditionen dokumentiert. Eine Studie im Fachjournal "Nature Conservation" fasst ihre Erkenntnisse nun erstmals zusammen.

Fänge vom Meeresgrund, Beobachtungen von Tauchern und tausende Fotos und Videos von Unterwasserrobotern flossen in den riesigen Datensatz ein, wie Hauptautor Julian Gutt vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven erläutert. Dies soll Wissenschaftern Informationen über die Lebensgemeinschaften rund um den Antarktischen Kontinent bis in eine Wassertiefe von etwa 800 Metern bieten. Teilweise erinnere die Unterwasserwelt in der Antarktis an Korallenriffe mit vielen verschiedenen Organismen, berichtete Gutt mit. An anderen Stellen gebe es dagegen nur eine niedrige Lebensvielfalt.

Dynamische Lebensgemeinschaften

Eine neue Erkenntnis hat die Bestandsaufnahme bereits gebracht: Die Lebensgemeinschaften auf dem antarktischen Meeresboden sind viel dynamischer als gedacht. "Bisher war man davon ausgegangen, dass die Tiere sehr langsam wachsen", erläuterte Gutt. Sein Team und amerikanische Forscher hatten an verschiedenen Stellen und Tiergruppen beobachtet, dass sich Populationen unter günstigen Bedingungen schnell aufbauen können - aber auch schnell wieder absterben, wenn sich diese ändern. Der AWI-Biologe folgert daraus, dass das Ökosystem noch stärker auf Klimaveränderungen reagiert als bisher angenommen. Gutt befindet sich derzeit an Bord der "Polarstern" im Weddell-Meer, einem Randmeer am antarktischen Kontinent. Die Crew des Schiffs besteht aus 52 Wissenschaftern aus 14 Ländern. (red, derStandard.at, 19.01.2013)

  • Ein internationales Forscherteam hat die vielfältigen Lebensgemeinschaften in antarktischen Gewässern genauer unter die Lupe genommen und eine Bestandsaufnahme veröffentlicht. Im Bild: Antarktischer Krill (Euphausia superba).
    foto: carsten pape, alfred-wegener-institut

    Ein internationales Forscherteam hat die vielfältigen Lebensgemeinschaften in antarktischen Gewässern genauer unter die Lupe genommen und eine Bestandsaufnahme veröffentlicht. Im Bild: Antarktischer Krill (Euphausia superba).

  • Die dichte Lebensgemeinschaft antarktischer Schwämme schafft Lebensräume für eine vielfältige Begleitfauna. Weitere Bilder gibt es hier.
    foto: a. starmans, w. dimmler; alfred-wegener-institut

    Die dichte Lebensgemeinschaft antarktischer Schwämme schafft Lebensräume für eine vielfältige Begleitfauna. Weitere Bilder gibt es hier.

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