NÖM und Epamedia drücken Raiffeisen-Bilanz

19. Februar 2013, 14:21
posten

Wien - Ein erwarteter Verlust von knapp unter 10 Mio. Euro bei der Molkerei-Tochter NÖM UK und der Verkauf des defizitären Plakatwerbeunternehmens Epamedia belastete die Bilanz der Raiffeisen-Holding-NÖ-Wien im abgelaufenen Geschäftsjahr. Das Ergebnis der Holding und der Landesbank werde 2012 aber insgesamt "operativ sehr zufriedenstellend" ausfallen, sagte Klaus Buchleitner, Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank und der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien. Konkrete Zahlen wollte er noch nicht verraten.

Das Ergebnis der Holding mit derzeit 740 Firmenbeteiligungen - u.a. Agrana, LLI, NÖM - werde 2012 um "einige wenige Millionen" unter 2011 liegen, so Buchleitner. Nach internationalen Bilanzstandard IFRS halbierte sich der Nettogewinn 2011 von 284 auf 107,9 Mio. Euro. Der Sanierungsprozess bei der NÖM UK mit 170 Mitarbeitern und rund 50 Mio. Euro Umsatz sei "sehr schwierig". Zusperren sei aber keine Option. Ein Verkauf sei erst nach einer Sanierung realistisch. Langfristig will der Holding-Chef die Rentabilität bei den Beteiligungen um ein Drittel steigern, aber keine Mitarbeiter abbauen. Weder Zukäufe oder Verkäufe noch Börsengänge seien derzeit geplant.

"Noch sehr viel Potenzial in Wien"

Nach sogenannten "Capital Clean Ups" in der Bilanz soll die Kernkapitalquote nach Basel III bei der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien bei 9,9 Prozent und die "Total Capital Ratio" bei 15 Prozent liegen. Dies hätten Simulationen ergeben, erklärte Buchleitner. Trotz Basel III werde die RLB künftig nicht mit einer "restriktiven Kreditpolitik" in den Markt gehen. "Ich werde nicht den Teufel der Kreditklemme an die Wand malen."

Filialen will man der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien im Gegensatz zu Mitbewerbern nicht schließen. "In Wien gibt es noch sehr viel Potenzial", betonte Buchleitner. Ziel sei es, in Wien den Marktanteil von derzeit 13 auf 15 Prozent zu steigern. In Niederösterreich ist Raiffeisen mit 43 Prozent Platzhirsch.

Im Rechtsstreit um verlustreiche Swap-Geschäfte mit der Stadt St. Pölten will Raiffeisen hart bleiben und sich nicht auf einen Vergleich einlassen. "Laut unseren Anwälten haben wir gute Karten", betonte Buchleitner. (APA, 19.2.2013)

Share if you care.