Nanosensor aus Kohlenstoffnanoröhrchen und organischem Molekül entwickelt

23. Februar 2013, 16:58
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Deutsch-französisches Forscherteam bildet quantenmechanisches System mit neuartigen Eigenschaften

Kohlenstoffnanoröhrchen und magnetische Moleküle bilden wichtige Bausteine für zukünftige nanoelektrische Systeme. Dabei spielen sowohl ihre elektrischen als auch ihre mechanischen Eigenschaften eine Rolle. Einem deutsch-französischen Forscherteam ist nun es gelungen, diese beiden Bausteine auf atomarer Ebene zusammenzusetzen und somit ein quantenmechanisches System zu bilden, das als Nano-Sensor dient.

In dem Experiment nutzten die Forscher ein Kohlenstoffnanoröhrchen, das zwischen zwei Metallelektroden etwa einen Mikrometer weit aufgespannt war und mechanisch schwingen kann. Daran brachten sie ein organisches Molekül an, das dank eines eingebauten Metallatoms ein magnetisches Moment trug, welches sich in einem äußeren Magnetfeld ausrichten ließ.

"In diesem Aufbau konnten wir zeigen, dass die Schwingungen des Röhrchens direkt beeinflusst werden, wenn der Spin sich parallel oder antiparallel zum Magnetfeld einstellt", erläutert Mario Ruben, Arbeitsgruppenleiter am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Beim Umklappen des Spins entsteht ein Rückstoß, der an das Kohlenstoffnanoröhrchen weitergegeben wird und es in Schwingung versetzt. Die Schwingung verändert die Atomabstände des Röhrchens und damit direkt seine Leitfähigkeit, die als Maß für die Bewegung herangezogen wurde.

Nanosensoren und Quantencomputer

Die starke Wechselwirkung zwischen einem magnetischen Spin und einer mechanischen Schwingung eröffnet - neben der Bestimmung der Bewegungszustände des Kohlenstoffnanoröhrchens - einige interessante Anwendungsfelder. So ließen sich die Massen von einzelnen Molekülen bestimmen oder magnetische Kräfte im Nanobereich messen. Auch der Einsatz als Quantenbit in einem Quantencomputer wäre denkbar. (red, derStandard.at, 23.01.2013)

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