Torlinien-Technologie bei der WM fix im Einsatz

19. Februar 2013, 20:00
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"GoalRef" und "Hawk-Eye" bisher lizensiert - In Europa unter Platini kein Thema: "Zu teuer"

Zürich - Die Schiedsrichter bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 bekommen technische Unterstützung. Wie die FIFA am Dienstag bekannt gab, wird bei dem Turnier in Brasilien die in Europa weiter umstrittene Torlinientechnologie GLT eingesetzt werden. "In jedem Stadion wird ein System installiert, das von den Spieloffiziellen vor den Partien jeweils getestet wird", schrieb die FIFA in einer Pressemitteilung.

Auch bei der WM-Generalprobe Confed Cup (15. bis 30. Juni) an gleicher Stelle, werde das System zum Einsatz kommen. Vorausgegangen war die "erfolgreichen Anwendung bei der Klub-Weltmeisterschaft" im Dezember. Angesichts der verschiedenen Technologien hat die FIFA eine Ausschreibung mit den technischen Anforderungen lanciert.

Bei der Klub-WM testete die FIFA die Systeme "GoalRef" (System zur Überprüfung strittiger Szenen mit einem Chip im Ball) und "Hawk-Eye" (aus dem Tennis bekanntes Kamera-System). "Interessierte GLT-Unternehmen können voraussichtlich Mitte März an Inspektionsbesuchen in den Stadien des Konföderationen-Pokals teilnehmen, ehe Anfang April der definitive Entscheid bestätigt wird", schrieb die FIFA.

Anbieter-Quartett

Vier Anbieter streiten sich derzeit um den Zuschlag für den Einsatz ihrer Technologie beim Confed Cup 2013 und bei der WM 2014, darunter zwei deutsche Firmen. Eine Entscheidung, welche Technik zum Einsatz kommt, soll Anfang April fallen. Wembley-Tor-Mythen und Torklau-Schlagzeilen sollen dann endgültig der Vergangenheit angehören. In jedem der zwölf WM-Stadien soll das neue System installiert werden.

Europa-Skepsis

In den europäischen Wettbewerben scheint die baldige Einführung des Hilfsmittels ausgeschlossen. "Ich war immer gegen den Einsatz von Technik im Fußball. Deshalb wird es in den europäischen Wettbewerben keine Torlinien-Technologie geben", hatte UEFA-Präsident Michel Platini gesagt: "Auch aus finanziellen Gründen: Wenn ich die Technik in der Champions League und Europa League einführe, kostet mich das jetzt 32 Millionen Euro für 78 Stadien. In fünf Jahren kostet es dann 54 Millionen."

Platini spricht sich nach wie vor für die in Europa seit 2009 eingesetzten zwei Torrichter als preiswerte Alternative aus. "Wenn der Torrichter einen Meter von der Linie entfernt ist und eine gute Brille trägt, dann kann er sehen, ob der Ball drin ist oder nicht", betonte der UEFA-Präsident.

Auch die Deutsche Fußball Liga (DFL) hatte sich bereits gegen die Pläne von FIFA-Präsident Joseph Blatter gestellt und eine Einführung der Torlinientechnik zur Saison 2013/14 ausgeschlossen.  Im Gegensatz sieht Oliver Kahn in deren Einsatz nur Vorteile. "Das ist wunderbar und eine Hilfe für den Schiedsrichter. Der Fußball macht sich unglaubwürdig, wenn er solche Technologien nicht nutzen würde", sagte der ehemalige deutsche Teamkeeper. (sid, APA, 19.2.2013)

  • Sepp Blatter fährt ausnahmsweise nicht rückwärts.
    foto: reuters/buholzer

    Sepp Blatter fährt ausnahmsweise nicht rückwärts.

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