Südtiroler Jäger muss für Abschuss von Steinadler 2.000 Euro zahlen

19. Februar 2013, 13:32
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Prozess endet in einer Diversion: 28-Jähriger blieb vor Gericht bei seiner Version, dass er ein Rehkitz retten wollte

Innsbruck - Nach einem Adlerabschuss hat der Prozess gegen einen 28-jährigen Südtiroler am Dienstag am Innsbrucker Landesgericht vorerst in einer Diversion in der Höhe von 2.000 Euro geendet. Dem Angeklagten war vorgeworfen worden, im Juni des vergangenen Jahres im Ötztal einen männlichen Steinadler getötet zu haben. "Der Geldbetrag hat meiner Meinung nach die höchste generalpräventive Wirkung", begründete Richter Thomas Dampf seinen Beschluss.

20 Prozent des Brutvorkommens beeinträchtigt

Der Südtiroler musste sich wegen des Vergehens der vorsätzlichen Schädigung des Tierbestandes und der Tierquälerei verantworten. Mit dem Abschuss des Adlers hätte der 28-Jährige mindestens 20 Prozent des Brutvorkommens der Steinadler im europäischen Vogelschutzgebiet "Ötztaler Alpen" beeinträchtigt, erklärte der Richter.

Jäger wollte angeblich Rehkitz schützen

Der Angeklagte bekannte sich schuldig, den Schuss abgegeben zu haben, meinte aber er hätte den Adler damit lediglich erschrecken wollen. "Ich habe ein Rehkitz schreien gehört und den Adler in der Luft kreisen gesehen. Mit dem Schuss wollte ich den Adler nur vertreiben", beteuerte der Südtiroler. "Ich weiß, dass ein Steinadler ein seltenes Tier ist, aber mir hat das Rehkitz so leidgetan", fügte er hinzu. Ein Querschläger hätte das Tier getötet, meinte der Angeklagte.

Wandergruppe schildert Hergang anders

Eine deutsche Wandergruppe, die zum Zeitpunkt des Schusses vor Ort war, schilderte die Situation laut Dampf jedoch anders. Sie hätten kein Rehkitz in der Umgebung gesehen. "Außerdem hat eine gerichtsmedizinische Untersuchung des Adlers ergeben, dass ihn ein direkter Durchschuss getötet hat", erklärte der Richter. Die Diversion war vorerst nicht rechtskräftig. (APA, derStandard.at, 19.2.2013)

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    Die Steinadler erobern ihren Lebensraum in den Alpen langsam zurück. In den Hohen Tauern leben derzeit 38 bis 40 Paare. Jeder tote Greifvogel hat drastische Auswirkungen.

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