TV-Duell? Nein danke

Blog19. Februar 2013, 14:19
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Obwohl die Spitzenkandidaten ununterbrochen im Fernsehen zu sehen sind, wird das in anderen Ländern selbstverständliche TV-Duell in Italien nicht stattfinden

Schon um 8 Uhr früh tobt ist Silvio Berlusconi in der RAI zu Gast, sein Rivale Mario Monti ist noch früher ins Studio des Privatsenders La7 gekommen, um an der täglichen Diskussionssendung
"Omnibus" teilzunehmen. Von morgens bis abends tourt die Männerriege durch die TV- und Hörfunkstudios. Aber auf das Fernsehduell der Spitzenkandidaten, das in anderen Ländern häufig für den Wahlausgang mitentscheidend ist, müssen die Italiener verzichten.

Mario Monti fordert eine Dreierrunde mit Berlusconi und Pier Luigi Bersani. Das lehnt der Cavaliere kategorisch ab, weil der amtierende Premier "das Rennen bereits verloren" habe. Auch Bersani hat wenig Lust, dem sichtlich angeschlagenen Monti zu guten Einschaltquoten zu verhelfen. Das von Berlusconi geforderte Zweierduell lehnt der Chef der Linksallianz ebenso ab, weil er "eine Gesprächsrunde mit allen Spitzenkandidaten" wünscht. Und hier beginnt das eigentliche Chaos. Denn zu den Spitzenkandidaten für das Amt des Premiers gehören auch Antonio Ingroia und der Wirtschaftsjournalist Oscar Giannino, deren Kleinparteien an der Sperrklausel zu scheitern drohen, nicht aber Silvio Berlusconi.

Der durfte auf Druck der Lega Nord nicht für das Amt des Regierungschefs kandidieren, das im Falle eines Sieges Parteichef Angelino Alfano zufallen würde. Lega-Chef Roberto Maroni bewirbt sich um das Amt des Präsidenten der Lombardei, landesweiter Spitzenkandidat der Lega ist Berlusconis langjähriger Finanzminister Giulio Tremonti. Beppe Grillo wiederum, der den Wahlkampf für die Fünf-Sterne-Bewegung führt, kandidiert weder für das Amt des Premiers noch für einen Sitz im Parlament. (Gerhard Mumelter, derStandard.at, 19.2.2013)

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    Silvio Berlusconi hat keine Lust, sich mit ...

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    ... Mario Monti ...

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    ... und Pier Luigi Bersani zu duellieren.

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