London ist wieder teuerster Bürostandort

19. Februar 2013, 13:23
5 Postings

Die britische Metropole eroberte den Titel von Hongkong zurück, weltweit stiegen die Mieten im Schnitt um drei Prozent. Wien liegt im C&W-Ranking auf Platz 43

In Londons West End sind im Jahr 2012 die teuersten Büroflächen der Welt vermietet worden – nämlich zum schier unglaublichen Preis von (umgerechnet) 178 Euro je Quadratmeter und Monat. Die britische Metropole holte sich damit auf recht eindrucksvolle Art und Weise den freilich zweifelhaften Titel "teuerster Bürostandort weltweit" von Hongkong zurück. Laut der am Dienstag veröffentlichten globalen Marktanalyse "Office Space Across the World 2013" des internationalen Immobilienberatungsunternehmen Cushman & Wakefield (C&W) werden in der ehemaligen britischen Kolonie Büro-Spitzenmieten von "nur" 125 Euro/m²/Monat gezahlt, womit Hongkong erstmals seit 2008 nicht die Spitzenposition einnimmt.

Laut C&W hat das "sehr begrenzte Flächenangebot im hochwertigen Segment" zum Anstieg der Spitzenmieten in Londons West End geführt. Auf Platz drei liegt neu Rio de Janeiro mit Spitzenmieten von 112 Euro im Geschäftsviertel "Zona Sul", danach folgen Neu-Delhi (Connaught Place/110 Euro), Tokio (CBD/106 Euro), Moskau (CBD/95 Euro), Peking (CBD/90 Euro) und New York City (Midtown/88 Euro). Sydney und Paris vervollständigen mit 83 bzw. 76 Euro die Top-10.

Wien auf Rang 43

Die Berater von C&W untersuchen für die Rangliste jedes Jahr 63 international bedeutende Wirtschaftszentren. Wien liegt in diesem Ranking der "wichtigsten Bürovermietungsmärkte der Welt" mit 28 Euro/m²/Monat aktuell auf Rang 43, direkt hinter Budapest (40), Prag (41) und Bukarest (42). Vor einem Jahr lag Wien knapp vor diesen drei Städten auf Platz 36.

Insbesondere die südamerikanischen Märkte sorgten dafür, dass die Büromieten an diesen 63 Standorten im Durchschnitt um drei Prozent wuchsen. Als herausragende südamerikanische Wachstumsmärkte erwiesen sich Bogota (plus 65 Prozent) und Rio de Janeiro (plus 43 Prozent), wo eine starke Nachfrage auf ein sehr knappes Angebot an Flächen im Premium-Segment trifft. Rio de Janeiro stieg innerhalb von drei Jahren um 20 Plätze.

Flaute drückt auf Nachfrage

Neben der zweitgrößten Stadt Brasiliens erreicht allein New York unter den amerikanischen Spitzenstandorten die Top-10 der teuersten Büroimmobilienstandorte weltweit. An der 5th Avenue/Madison Square werden mit 88 Euro die achthöchsten Mieten der Welt gezahlt. Das stärkste Wachstum Nordamerikas verzeichneten allerdings Calgary (plus 29 Prozent) und San Francisco (plus 19 Prozent).

In Europa drückte die konjunkturelle Flaute auf die Büroflächennachfrage: In Westeuropa stiegen die Spitzenmieten lediglich um 0,3 Prozent, während in Osteuropa ein Wachstum von 1,8 Prozent registriert wurde. Die wirtschaftliche Unsicherheit sei auch weiterhin an vielen Standorten zu spüren, viele Mieter würden weiterhin mit großer Vorsicht agieren, schreibt C&W und prognostiziert, dass der Trend zur Flächenoptimierung weltweit anhalten wird: "Auch 2013 werden viele Unternehmen versuchen, ihre Mietkosten zu reduzieren." (red, derStandard.at, 19.2.2013)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    In Londons West End (Bild: Piccadilly Circus) zahlt man für Top-Büroobjekte bis zu 178 Euro pro Quadratmeter und Monat.

Share if you care.