Vom Brunnen- zum Kunstmarkt

Ansichtssache19. Februar 2013, 16:05
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Das ehemals heruntergekommene Viertel rund um den Wiener Brunnenmarkt und Yppenplatz verwandelt sich in eine hippe Gegend mit großem Bobo-Faktor. Ein Spaziergang

Wenn sich ehemalige Industrie- oder Arbeiterviertel einer Stadt plötzlich in trendige Künstlergegenden verwandeln, nennt man das "Gentrifizierung". Der Begriff kommt aus dem Englischen und leitet sich von der "gentry", dem niederen englischen Landadel ab; die ersten Beispiele solcher Stadtphänomene kommen aus dem angloamerikanischen Raum. "Yuppisierung" nennt man dieses Vordringen von Mittelklassefamilien in Arbeiterbezirke auch abschätzig. Die unmittelbare strukturelle Veränderung der Gebiete ist leicht an den Fassaden abzulesen. In Wien lässt sich dieser Umbruch gerade beispielsweise in Ottakring beobachten, wo schon ein kurzer Rundblick die heftigen Spannungen zwischen Alt und Neu, schäbig und hip sowie billig und exklusiv offenbart.

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foto: olja alvir

Wohnen im Yppenviertel - das ist heute kein Ausweg oder Kompromiss für sozial und finanziell schlechter gestellte Menschen mehr, sondern Ziel und Wunsch einer alternativen Mittelschicht. Künstler, Journalisten, Marketing- und Medienleute, Studenten - kurz gesagt jene, die man gerne als Bobos oder Hipster bezeichnet, besiedeln nun die Gegend rund um den Brunnenmarkt.

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