Verfassungsgericht stärkt Adoptionsrecht für Homosexuelle

19. Februar 2013, 11:49
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Künftig dürfen PartnerInnen das adoptierte Kind ihrer/ihres PartnerIn adoptieren

Karlsruhe  Das deutsche Bundesverfassungsgericht hat Beschränkungen beim Adoptionsrecht homosexueller LebenspartnerInnen für verfassungswidrig erklärt. Das bisherige Verbot der sogenannten Sukzessivadoption verstoße gegen das Recht auf Gleichbehandlung, entschieden die RichterInnen in dem am Dienstag verkündeten Urteil.

Dabei geht es um Fälle, in denen einer der beiden PartnerInnen ein Kind adoptiert hat und der/die andere PartnerIn zusätzlich Adoptivmutter oder -vater werden möchte. Auch schwulen und lesbischen Paaren in einer Lebenspartnerschaft müsse in diesen Fällen grundsätzlich eine Adoption möglich sein, entschied das Gericht.

Der Lesben- und Schwulenverband begrüßte das Urteil des Bundesverfassungsgerichts. "Nun können adoptierte Kinder in Regenbogenfamilien endlich den Kindern in heterosexuellen Familien gleich gestellt werden", erklärte Manfred Bruns, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes. 

Gemeinschaftliche Adoption nun über Umwege bereits möglich

Nun sei es an der Zeit, dass der Gesetzgeber alle noch bestehenden Ungleichheiten im Adoptionsrecht beseitige. "Das geht schnell und unbürokratisch durch die Aufhebung des Verbots der gemeinschaftlichen Adoption. Sie wird durch Sukzessivadoptionen nun in zwei Schritten ohnehin möglich", so Bruns. (APA/red, 19.2.2013)

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