Psoriasis-Patienten berichten von starken Beeinträchtigungen

19. Februar 2013, 11:56
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Durchschnittlich mehr als sechs Stunden pro Woche benötigen Patienten mit schwerer Psoriasis alleine für Behandlungen

Rund 300.000 Österreicher leiden unter der chronischen Hautkrankheit Psoriasis, umgangssprachlich "Schuppenflechte". Der tägliche Umgang mit dieser Krankheit fordert seinen Tribut: Im Durchschnitt verbringen Patienten mehr als vier Stunden wöchentlich allein mit Behandlungen und müssen eine beträchtliche Einbuße an Lebensqualität in Kauf nehmen.

Ihr Leid geht zudem weit über das körperliche Unwohlsein hinaus. Das ergab die Online-Umfrage "Psoriasis verstehen" des Pharmakonzerns Janssen, an der Ende des Vorjahres 473 Patienten aus Österreich und der Schweiz teilgenommen hatten.

Beeinträchtigungen im Alltag

Die Umfrage zeigt, dass das Alltagsleben von Psoriasis-Patienten durch ihre Krankheit in vielfältiger Weise beeinflusst wird. 42 Prozent der Patienten geben an, dass die Psoriasis sie beruflich wie privat stark beeinträchtigt. 46 Prozent sagen, dass die Krankheit sich auch auf ihre Stimmung sehr negativ auswirkt.

Dass mit der Erkrankung Psoriasis auch eine soziale Beeinträchtigung einhergeht, zeigen folgende Ergebnisse: 38 Prozent leiden stark darunter, wie ihr Umfeld auf die Krankheit reagiert. Auch bei ihren Ärzten haben die Befragten das Gefühl, dass sie der Psoriasis nicht ausreichend Gewicht beimessen: So wünschen sich 47 Prozent der Betroffenen, dass ihr Arzt die negativen Auswirkungen der Psoriasis auf ihr Leben besser nachvollziehen kann und 52 Prozent geben an, dass die Krankheit von den Ärzten als nicht schwerwiegend genug wahrgenommen wird.

Eingeschränkte Lebensqualität

53 Prozent der Befragten beklagen, dass die Behandlung der Krankheit sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Am stärksten gilt das für Menschen mit schwerer Psoriasis: Während der Durchschnittspatient rund 4,5 Stunden pro Woche mit Behandlungen verbringt (234 Stunden pro Jahr), geben Patienten mit schwerer Psoriasis an, sogar rund 6,5 Stunden pro Woche (338 Stunden pro Jahr) in Behandlungen investieren zu müssen. Eine Zeit, die sie lieber mit Freizeitvergnügen oder mit Freunden und Familie verbringen würden.

"Man hat keine richtige Lebensqualität - was für andere Menschen normal ist, wird ein täglicher Hürdenlauf - arbeiten, Sport betreiben, Freizeit, alles ist belastend" - so beschreibt der Psoriasis-Patient Andreas Tromayer seinen Alltag. Auch in der Umfrage sagen 55 Prozent aller Patienten, die Behandlung mache den Alltag beschwerlich, und 48 Prozent beklagen, dass sie täglich an ihre Behandlungen denken müssen.

Neben den körperlichen Symptomen der Psoriasis, wie Schmerzen, Brennen und Jucken, und dem beträchtlichen Zeitaufwand für das "Management" der Krankheit ist die Lebensqualität der Patienten mit einer schweren Psoriasis auch durch Empfindungen wie Angst oder Scham stärker betroffen. Ein Grund dafür ist, dass Patienten mit einer Psoriasis, die nicht optimal behandelt wird, auffällige äußerliche Merkmale wie rote entzündete Plaques und Schuppen aufweisen.

Eine Krankheit, die "unter die Haut geht"

"Die Schuppenflechte wird primär als Hautkrankheit wahrgenommen, die die Lebensqualität der Betroffenen wesentlich beeinträchtigen kann. Schuppenflechte geht aber im wahrsten Sinne unter die Haut. Nicht selten bestehen Entzündungen der Gelenke und manchmal auch innerer Organe", sagt Georg Stingl von der Universitätsklinik für Dermatologie der Medizinischen Universität Wien.

Je nach Schwere der Krankheit kommen unterschiedliche Therapieansätze zum Tragen; von lokal angewandten Mitteln über Lichttherapie bis hin zu systemischen Therapien, einschließlich sogenannter Biologika, beschreibt Wolfgang Salmhofer von der Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie in Graz das Behandlungsspektrum. "Insbesondere diese letztgenannten Medikamente, die regulierend in den Krankheitsprozess eingreifen, haben in den letzten Jahren einen entscheidenden Fortschritt in der Behandlung der Schuppenflechte gebracht. Auch schwere Verlaufsformen der Krankheit können so weitgehend gebessert, nicht selten die Krankheitsherde sogar vollständig zur Abheilung gebracht werden."

Gegenwärtig gibt es keine Heilung für Psoriasis, jedoch lassen sich die Symptome bei den meisten Menschen mit der richtigen Therapiewahl wirkungsvoll kontrollieren. (red, derStandard.at, 19.2.2013)

Angaben zur Studie:

Ein Drittel der 473 Patienten aus Österreich und der Schweiz, die im Herbst 2013 an der Umfrage teilgenommen haben, leiden an einer leichten Form der Psoriasis. Zwei Drittel der Teilnehmenden leiden an einer mittelschweren bis schweren Form. Die Mehrheit der befragten Patienten erhielt zum Zeitpunkt der Befragung eine topische Therapie (51 Prozent). 13 Prozent der Patienten wurden mit einer Lichttherapie behandelt, 22 Prozent mit systemischen Therapien. 14 Prozent der Befragten erhielten Biologika.

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  • Für Psoriasis gibt es gegenwärtig keine Heilung. Unterschiedliche Therapieansätze werden angewandt: Tinkturen, Lichttherapie, systemische Therapien oder sogenannte Biologika.

    Für Psoriasis gibt es gegenwärtig keine Heilung. Unterschiedliche Therapieansätze werden angewandt: Tinkturen, Lichttherapie, systemische Therapien oder sogenannte Biologika.

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