Oscar Pistorius bestreitet Mordvorwürfe "aufs Schärfste"

19. Februar 2013, 13:24
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Sportler habe eine "unschuldige und unbewaffnete Frau" getötet - Trauerfeier für Steenkamp

Pretoria - Die Staatsanwaltschaft in Südafrika wirft dem Paralympics-Star Oscar Pistorius Mord an seiner Freundin Reeva Steenkamp vor. Pistorius habe eine "unschuldige und unbewaffnete Frau" erschossen, sagte der Staatsanwalt am Dienstag in seinem Eröffnungsplädoyer vor dem Magistratsgericht in Pretoria.

Pistorius bestreitet diese Darstellung. "Ich widerspreche den Anschuldigungen aufs Schärfste." Nichts sei von der Wahrheit weiter entfernt, den Anklagen fehle jede Substanz, betonte der 26-jährige Südafrikaner in einer Stellungnahme, die sein Anwalt am Dienstag vorlas. "Ich hatte nie die Absicht, meine Freundin zu töten."

Durch Badezimmertür geschossen

Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft hatte der beinamputierte Pistorius in der Tatnacht erst im Schlafzimmer seine Prothesen angezogen, bevor er mit einer Pistole bewaffnet zum Badezimmer ging. Dort habe sich seine Freundin, die bereits am Vorabend in das Haus gekommen sei, befunden. Pistorius habe vier Schüsse durch die verschlossene Badezimmertür abgefeuert, drei von ihnen sollen die 29-Jährige demnach getroffen und tödlich verletzt haben.

Die Anwälte des Sportlers streben eine Freilassung gegen Kaution an. Sie plädieren für eine Anklage wegen Totschlags in einem minder schweren Fall. Die Anklagebehörde möchte, dass der Beschuldigte bis zum Prozess in Untersuchungshaft bleibt.

Vater und Geschwister vor Ort

Die auf zwei Tage angesetzten Verhandlungen begannen am Dienstagvormittag in einem völlig überfüllten Saal des Magistratsgerichts. In dem Saal, der nur für etwa 40 Zuschauer vorgesehen ist, drängelten sich weit mehr als 100 Menschen, vor allem Journalisten. Anwesend waren auch der Vater des Beschuldigten, Henke Pistorius und die Geschwister des Athleten, Aimee und Carl. Pistorius, der bereits vor 7.00 Uhr aus der Polizeihaft ins Gerichtsgebäude gebracht worden war, wird von renommierten Juristen und Experten unterstützt.

Die Verteidigung argumentierte, dass es sich nicht um einen Mord handle, sondern um Totschlag. Nicht immer, wenn jemand zur Waffe greife, handele es sich um einen Mord, sagte der Anwalt Barry Roux. Pistorius habe keine Ahnung gehabt, dass es sich bei dem Menschen im Badezimmer um Reeva Steenkamp gehandelt habe. Er habe sie für einen Einbrecher gehalten. Reeva habe mit ihm die Nacht verbracht. "Wir waren sehr verliebt. Wir konnten nicht glücklicher sein", las Pistorius' Anwalt Barry Roux aus der eidesstattlichen Erklärung vor.

Doch dann habe er nachts jemanden in der Toilette gehört. Er sei schon einmal Opfer von Gewalt gewesen und habe deshalb stets ein Gewehr unter seinem Bett. "Ich hatte schreckliche Angst und fühlte mich ohne meine Prothesen sehr verletzlich. Ich schoss durch die geschlossene Tür und schrie". Bereits während der Ausführungen des Staatsanwalts war Pistorius in Tränen ausgebrochen. Während der Verlesung der eidesstattlichen Erklärung verlor der 26-Jährige so sehr die Fassung, dass Richter Desmond Nair die Sitzung kurz unterbrechen musste. Kurze Zeit später vertagte er sie auf Mittwoch.

Gedenkgottesdienst für Steenkamp

Der südafrikanische Sportminister Fikile Mbalula hat indes vor einer Vorverurteilung gewarnt. "Wir rufen unsere Mitbürger auf, das Prinzip der Unschuldsvermutung bis zum Beweis des Gegenteils hochzuhalten", hieß es in einer am Dienstag veröffentlichten Erklärung des Ministers. Die Prinzipien des Rechtsstaates müssten unbedingt stets gewahrt bleiben.

In Port Elizabeth fand derweil die Trauerfeier für Reeva Steenkamp statt. Der mit einem weißen Tuch und weißen Blumen bedeckte Sarg der 29-Jährigen wurde am Dienstagvormittag in die Kapelle des Krematoriums von Steenkamps Heimatstadt getragen. Dutzende Freunde und Familienangehörige nahmen an der Feier teil.  (APA/red, 19.2.2013)

  • Oscar Pistorius habe eine "unschuldige und unbewaffnete Frau" erschossen und außerdem ein Mordmotiv, sagte der Ankläger am Dienstag.

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    Vor dem Magistratsgericht in Pretoria kam es zu Protesten von Frauenrechtsgruppen. Sie fordern eine harte Strafe für Oscar Pistorius.

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