Einrichten auf Klick

22. Februar 2013, 17:00
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Die neue Wohnung ist einzurichten, aber die Vorstellungskraft ist limitiert. Wie findet man dennoch ohne Extrabudget für Innenarchitekten die richtige Lösung?

Wer sein Heim neu einrichtet hat selten das Budget für einen Profi, der die Wünsche und Vorstellungen im Handumdrehen umsetzt. Abhilfe sollen zahlreiche kostenlose Online-Einrichtungsprogramme bieten. Das Angebot ist zwar groß aber auch unübersichtlich. Es reicht von Planern, die nur wenige spezielle Produkte einschließen, bis hin zu Programmen die neben Böden und Wandfarbe sogar Zimmerpflanzen und Haustiere einzeichnen lassen.

Um maßstabsgetreu arbeiten zu können benötigt man bei allen Tools einen genauen Plan des Zimmers, das verändert werden soll. Das heißt: genau abmessen und wichtige Punkte wie Heizung, Fenster und Türen vermerken. Wer Glück hat, hat einen korrekten Plan des Zimmers zur Hand und überträgt die Maße einfach in den Online-Planer.

Angebote von Möbelhäusern

Häuser wie Ikea bieten nicht nur Terminals im Geschäft sondern auch online Planungstools zur Selbstgestaltung an. Man kann jedoch nur mit den Möbeln des schwedischen Anbieters arbeiten. Ikea teilt seine Planer sogar noch nach Produktpalette auf. So kann man entweder Küche, Bad oder Schranksysteme (Pax, Billy oder Stuva) mit der Software zusammenstellen. Keine adäquate Lösung, um einen Raum komplett auf den Kopf zu stellen und neu einzurichten. Will man sich auf das Angebot des Herstellers konzentrieren, kann man immerhin schnell die unterschiedlichen Produkte nach Farben kombinieren und die Inneneinrichtung mit den vorgegebenen Mitteln gestalten.

Ersten Eindruck gewinnen

Sweet Home 3D gibt einen schnellen, ersten Überblick über einen Raum. Verwendet man die online-Version (Programm ist auch zum Download verfügbar), muss man in sehr kleinen Fenstern arbeiten, kann aber zeitgleich 2D und 3D im Auge behalten. Ein Abspeichern des online-Plans ist nicht möglich. Die Zeichnung des Raums geht schnell, die Auswahl an Möbeln ist jedoch beschränkt. Einrichtungsgegenstände lassen sich mit einem Klick unsichtbar machen, wodurch rasch Veränderungen am Plan durchführbar sind.

Professionellerer Ansatz

Besseren Eindruck vermittelt der Planer "Roomle". Nach einer Registrierung kann man hier zu arbeiten beginnen. Die einzelnen Arbeitsschritte lassen sich abspeichern. Grundausstattung wie Türen, Fenster oder Heizkörper sind im Nu eingetragen. Unter "Kategorien" findet man auch spezielle Möbel wie z.B. fürs Kinderzimmer, Dekorationsartikel und Haustiere, die man einfach ins gezeichnete Zimmer "hinüber ziehen" kann. Leider verschwimmen gleichfarbige Möbel ineinander, jedoch lässt sich die Größe der Einrichtungsgegenstände verändern. Mit einem Klick kann man den Fußboden gestalten, Wände lassen sich nicht bemalen.

Eine 3D-Ansicht des geplanten Zimmers ist möglich, in der sich zwar die Navigation noch schwierig gestaltet, aber einen guten Eindruck vermittelt, wie das eingerichtete Zimmer einmal aussehen könnte. Im März wird Roomle mit einem neuartigen Planungs-Interface und einer App für iOS starten, die auch Augmented Reality-Optionen bieten wird und so weitere Planungsmöglichkeiten erschließen soll.

Home Design 3D überzeugt

Bereits fürs iPad erhältlich ist der Innenraum-Planer "Home Design 3D" von Freemium. Mithilfe des Touchscreens wird das Planen für den Laien zur Fingerübung: Möbel lassen sich blitzschnell verschieben, Fußböden werden mit einem Touch verändert, Wände lassen sich problemlos einfärben. Geplant wird in 2D, angesehen werden kann der fertige Raum auch in 3D. Die Möbel sind schön gezeichnet und man benötigt wenig Phantasie, um sich das fertig eingerichtete Zimmer vorzustellen. Nachteil: in der Gratisversion hält das Programm nicht die gesamte Palette an Möbeln bereit und auch ein Abspeichern ist nicht möglich - dazu bedarf es einer kostenpflichtigen Version, die zwischen 5,99 Euro und 8,99 Euro kostet.

Fazit

Für kleine Projekte wie ein Kinder- oder Arbeitszimmer, reichen die Möglichkeiten der Onlineplaner sicherlich aus. Von der Gestaltung einer Küche im Alleingang ist jedenfalls abzuraten - das Risiko einer Fehlplanung ist hier eindeutig zu hoch. Dennoch: Eine flexible Kombination von Möbeln auszuprobieren oder die Wirkung von Farbe an Wand und Boden zu prüfen sind schöne Nebeneffekte der Gratissoftware. (Karin Jirku, derStandard.at, 22.2.2013)

  • Die exakten Maße der Zimmer sind Grundvoraussetzung für die Erstellung der Einrichtungspläne.
    foto: karin jirku

    Die exakten Maße der Zimmer sind Grundvoraussetzung für die Erstellung der Einrichtungspläne.

  • Dank 3D-Anischten und unterschiedlichen Gestaltungsmöglichkeiten kann man sich mit vielen Online-Programmen einen guten Eindruck verschaffen.
    foto: roomle

    Dank 3D-Anischten und unterschiedlichen Gestaltungsmöglichkeiten kann man sich mit vielen Online-Programmen einen guten Eindruck verschaffen.

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