ÖVP in Niederösterreich derzeit ohne absolute Mehrheit

18. Februar 2013, 18:33
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Wenn es der Volkspartei nicht gelingt, in der letzten Wahlkampfphase Terrain gutzumachen, droht ihr der Verlust der Mandatsmehrheit

St. Pölten - Zwei Wochen vor der Landtagswahl am 3. März sind die Umfragewerte für die Landeshauptmannpartei ÖVP schwächer als vor dem Start des Wahlkampfs: Das Linzer Market-Institut rechnet für den STANDARD die ÖVP-Stimmen der letzten Befragungswelle auf 46 Prozent hoch. Das ist etwas schwächer als zu Jahresbeginn - und deutlich hinter dem Wahlergebnis von 2008.

Damals hatte die ÖVP unter Landeshauptmann Erwin Pröll mit 54 Prozent die absolute Mehrheit der Stimmen und Mandate erreicht - Pröll hat in früheren Wahlkämpfen ebenso wie in dem jetzigen stets betont, dass das Land "Klarheit" brauche, also eine regierungsfähige absolute Mehrheit. Damit trifft Pröll einen Wunsch, der auch von der großen Mehrheit der Landesbevölkerung getragen wird.

der Standard ließ nämlich neben der Sonntagsfrage auch eine Reihe von Fragen zur niederösterreichischen Politik stellen - darunter jene, was bei der Wahl herauskommen sollte. Die Grafik zeigt: 57 Prozent wünschen sich "klare Verhältnisse" - besonders stark ältere und weibliche Befragte.

Das bedeutet: In den letzten beiden Wochen des Intensivwahlkampfs haben Pröll und sein Team viel Spielraum zum Aufholen - ein Effekt, den sie auch in früheren Wahlkämpfen genutzt haben. Die Chancen sind auch deshalb intakt, weil nur 39 Prozent die ÖVP-Absolute erklärtermaßen weghaben wollen.

Die Hochrechnung ergibt weiters: Die SPÖ kommt derzeit nur auf 25 Prozent (mit leicht fallender Tendenz), die FPÖ auf elf, die Grünen auf acht und das Team Stronach auf sieben Prozent. Der Rest entfällt auf Kleinparteien ohne Mandatschancen. In der Landeshauptmannfrage führt Amtsinhaber Erwin Pröll unangefochten mit 47 Prozent - sein Bonus war allerdings zu Beginn des Wahlkampfs größer (54 Prozent). SPÖ-Chef Sepp Leitner erscheint zwölf Prozent an der Landespitze wünschenswert, Frank Stronach und Madeleine Petrovic je vier und Barbara Rosenkranz drei.

Market fragte auch, welche Partei in Niederösterreich die Themen vorgibt - und auch da ist die ÖVP unerreicht: 68 Prozent sagen, dass das am ehesten die ÖVP ist (was auch von den Anhängern der anderen Parteien so gesehen wird), neun Prozent nennen an erster Stelle die SPÖ, drei Prozent das Team Stronach. Allerdings wünscht man sich vor allem für die Grünen und Stronach mehr Einfluss im Land. (Conrad Seidl, DER STANDARD, 19.2.2013)

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