Fürstliche Entlohnung für Berater in Salzburgs Finanzaffäre

18. Februar 2013, 18:04
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Für die Aufarbeitung des Salzburger Finanzskandals werden mehr Mittel benötigt

Wien - Die im Salzburger Budget zur Aufarbeitung der Finanzaffäre heuer bereitgestellten Mittel in Höhe von 800.000 Euro dürften nicht reichen. Allein die Beratungsfirma Ithuba soll laut gut informierten Kreisen zwei Millionen Euro Fixum plus bis zu fünf Millionen Euro erfolgsabhängiges Honorar erhalten. Ein entsprechender Vertrag sei von Finanzlandesrat Georg Maltschnig (SP) gerade ausgearbeitet worden.

Vor allem die erfolgsabhängige Komponente dürfte ein politisches Thema werden. Die von Wilhelm Hemetsberger gegründete Ithuba hat beispielsweise relativ risikolose Tauschgeschäfte von fixen in variable Zinsen (Swaps) aufgelöst, deren positiver Wert in die Berechnung der Prämie einfließen soll. Im Gegenzug steigen dafür die jährlichen Zinszahlungen auf die Schulden - dem Vernehmen nach im zweistelligen Millionenbereich.

Ithuba war bereits kritisiert worden, weil Hemetsberger als früherer Bank-Austria-Vorstand für riskante Derivategeschäfte mit Salzburg verantwortlich gezeichnet hatte. Der von ihm erstellte Finanz-Statusbericht kam auf einen positiven Wert der Veranlagungen von 74 Millionen Euro, während die Bundesfinanzierungsagentur ein Minus von 103 Millionen errechnet hatte. Hemetsberger hatte dank guter Kontakte schon die ÖBB bei der Auflösung verlustreicher Spekulationsgeschäfte beraten und dafür 1,5 Millionen Euro erhalten. Seine Beteiligung an Ithuba hält Hemetsberger übrigens steuerschonend über die zypriotische Depetris Investments. (as, DER STANDARD, 19.2.2013)

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