Science-Fiction

18. Februar 2013, 17:19
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Über das unterirdische Schauspiel von Alfred Dorfer und Geografieunterricht für Einzeller

Zu einem Tatort gehören ein Mord, ein paar Verdächtige mit Motiven, ein bisserl Milieu (in Österreich: Milö) und nach ein paar falschen Fährten am Ende die Aufklärung der Untat. Verlässt ein Drehbuch diesen Weg, ist es entweder sehr gut oder sehr schlecht. Die Folge "Zwischen den Fronten" vom Sonntag war leider Zweiteres.

Gut, wenn gleich einmal ein Ufo herumgeflogen wäre, dann hätte man sie anders betrachtet, als Science-Fiction, okay. Aber kein Raumschiff, keine Außerirdischen, nur unterirdisches Schauspiel wie jenes von Alfred Dorfer, der seine Rolle als zwielichtiger Beamter so anlegte, als würde er in Dorfers Donnerstalk einen schwierigen Witz erzählen. Ha ha.

Die Geschichte irrlichterte um einen Bombenanschlag auf den Leiter einer Uno-Konferenz in Wien. Mit vermeintlich islamistischem Hintergrund kam dabei der Attentäter zu Tode, aber das war bald wurscht, weil die Ermittler Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) sich mit der Kollegin und den Kollegen des Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung in die Haare kriegten, was vor allem für Moritz Eisners Rolle Hahnenkämpfe bedeutete, während Kollegin Fellner wie Don Camillo vermittelte.

Die in der Handlung auftauchenden Amerikaner sprachen ihr Deutsch wie der Inder aus der Mobilfunkwerbung. Krassnitzers Choleriker wurde seriell aufgeführt nicht wirkmächtiger, und bei Details wie dem Namen des vermeintlichen Attentäters (Kasim Bagdadi aus dem Irak) fragte man sich, ob das Geografieunterricht für Einzeller sein soll. Am Ende war alles eine große Verschwörung samt Austrofaschismus und zum Glück vorbei. (Karl Fluch, DER STANDARD, 19.2.2013)

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  • Kommissarin Bibi Fellner in Aktion.
    foto: orf

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