Amazon kündigte Sicherheitsdienst H.E.S.S.

Amazon-Mitarbeiter sollen von Sicherheitsdienst H.E.S.S. auf Schritt und Tritt kontrolliert worden sein

Der Internet-Versandhändler Amazon hat seinen umstrittenen Sicherheitsdienst in Deutschland gekündigt und damit Konsequenzen aus dem Vorwurf unwürdiger Arbeitsbedingungen gezogen. "Amazon hat veranlasst, dass die Zusammenarbeit mit dem kritisierten Sicherheitsdienst mit sofortiger Wirkung beendet wird", erklärte eine Amazon-Sprecherin am Montag und bestätigte damit einen Bericht von süddeutsche.de.

Null-Toleranz-Grenze für Diskriminierung und Einschüchterung

"Als verantwortungsvoller Arbeitgeber von rund 8.000 festangestellten Logistikmitarbeitern hat Amazon eine Null-Toleranz-Grenze für Diskriminierung und Einschüchterung - und wir erwarten das Gleiche von allen Unternehmen, mit denen wir arbeiten." Weitere Fragen zu den Arbeitsbedingungen beantwortete Amazon zunächst nicht.

Die ARD hatte berichtet, ausländische Mitarbeiter von Amazon seien von dem Sicherheitsdienst H.E.S.S. auf Schritt und Tritt kontrolliert worden. Die Firma soll demnach Kontakte in die Neonazi-Szene haben. Mitarbeiter hätten neonazi-typische Kleidungsmarken getragen, und der Geschäftsführer der Firma zeige sich auf Fotos im Internet mit verurteilten Rechtsextremen, berichteten die ARD-Journalisten. H.E.S.S. erklärte in einer Stellungnahme, es sei ein politisch und weltanschaulich neutrales Unternehmen und weise Verbindungen zum Rechtsextremismus zurück.

Sonderprüfung

Amazon war in dem Bericht wegen menschenunwürdiger Arbeitsbedingungen von Leiharbeitern in seinem Versandlager im hessischen Bad Hersfeld kritisiert worden. Demnach wurden während des Weihnachtsgeschäfts Leiharbeiter aus Spanien und Polen in überbelegten Ferienwohnungen untergebracht, schlechter bezahlt als versprochen und stundenlang in Bussen hin und her gefahren. Die Sozialbeiträge für die Beschäftigten seien nicht korrekt abgeführt worden. Das deutsche Arbeitsministerium hat im Zusammenhang mit den katastrophalen Arbeitsbedingungen an deutschen Amazon-Standorten die deutsche Tochter der niederösterreichischen Leiharbeitsfirma Trenkwalder im Visier. Die Sonderprüfung, die bereits am Donnerstag eingeleitet wurde, betreffe Trenkwalder, bestätigte eine Sprecherin von Ministerin Ursula von der Leyen (CDU) der APA am Montagnachmittag. (APA, 18.02. 2013)

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